Dienstag, 29. September 2009

Au, meine Beine...

*Der Titel heute ist aeusserst beknackt, aber ich habe mir letztens anhoeren muessen, dass meine Blogeintraege alle gleich heissen... "Freitag", "Samstag", usw. ... Also, bitteschoen.*
Obwohl, die Beine tun mir wirklich weh. Auch jetzt noch, am Dienstag. Und daaas war sooo:
Am Sonntagabend hat Jom Kippur angefangen, zu Deutsch Versoehnungstag, der wichtigste Festtag im juedischen Kalender. Also haben sich ein paar von uns entschlossen, einem gut besuchten Gottesdienst in der Great Synagogue in der Stadt beizuwohnen. Das war eigentlich ganz cool. Die meisten Besucher waren in weiss, und der Gottesdienst wurde mit dem Kol Nidre, dem Versoehnungsgebet, eroeffnet. Es machte alles einen andaechtigen und ungewoehnlichen Eindruck. Das war auch genaugenommen erst mein dritter juedischer Gottesdienst. Den ersten habe ich in Hannover besucht - zum Einschlafen. Der zweite war in einer konservativen Gemeinde in Jerusalem; war ganz gut, wenn auch etwas amerikanisch gehalten.
Als die Predigt in der Great Synagogue begann, andauerte und sich in die Laenge zog, wurde es etwas eintoenig. Ich verstand nur jedes 28. Wort und den anderen ging es wohl auch so aehnlich. Sogar unter den Juden mussten einige mit dem Schlaf kaempfen. Wie dem auch sei, wir haben den Gottesdienst fruehzeitig verlassen und wollten noch etwas essen. (Jom Kippur ist ein Fastentag, aber wir haben uns dazu entschlossen, das mit dem Fasten nicht so genau zu nehmen.)
Auf den Strassen sind an Jom Kippur immer viele Menschen. Kein Auto faehrt. Es ist wirklich sehr angenehm. Man kann auf den Schnellstrassen spazierengehen. Wir (Thomas, Lukas und ich) jedenfalls gingen nach Ostjerusalem und kauften eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir noch die Klagemauer besuchten. Dabei fiel uns die grosse Polizeipraesenz auf, was uns aber weiter nicht stoerte, denn sowas darf einen hier nicht stoeren.
Um wieder zum Thema "warum tun mir die Beine weh" zu kommen: An Jom Kippur fahren auch keine Busse. Das habe ich gewusst und auch in Kauf genommen, auf dem Heimweg einiges an Wegstrecke zuruecklegen zu muessen. Als ich mich also vom French Hostpital an der Stadtmauer der Altstadt mit Lukas aufmachte, wusste ich, dass ich eine Weile laufen wuerde. Wir sind dann ueber die Universitaet und das Regierungsviertel bis zur Hagay gegangen, wo wir immer Hauskreis haben. Von da ueber den Mt. Herzl und die Strasse immer weiter, bis der Lukas dann in Richtung Alyn abgebogen ist. Ich bin weiter bis dahin, wo wir unsere Autisten immer abholen nachmittags, von dort zur Malcha Mall. Und von da durch die Pampa, d.h. ueber Stock und Stein, nur mit dem Licht des Mondes (der sich hinter den Bergen versteckte), den Berg hoch. Kurz gesagt: Ich habe einen riesigen Umweg gemacht und bin zu viel gelaufen. Jedenfalls spuere ich es in den Schienbeinen heute noch, und das nicht schlecht. Denn unsereins wollte ja nicht erst morgens um 5 ankommen. Auf den Strassen war es sehr gesellig. Tausende Menschen nutzten die Nacht zum Feiertag, um spazierenzugehen. Also war ich auf meiner Wanderung nicht alleine. Allerdings haben sich keine grossen Gespraeche ergeben, da ich noch wenig Hebraeisch spreche und keiner der Wandernden wie ich das Ziel Gilo hatte. Soll ich mal bei GoogleMaps nachschauen, wie viele Kilometer das waren? Wartet mal kurz... na, so genau laesst sich das nicht ausrechnen. Mindestens 10 kilometer waren das ungefaehr. Ist ja auch egal, jedenfalls schmerzen meine Beine. :D
Ui, das war jetzt aber wieder viel. Naja. Jedenfalls gehte s heute wieder ans Arbeiten. In genau zwei Stunden faehrt mein Bus, den ich nehmen muss um die Leute abzuholen. Fruehschicht hatte ich auch schon. Wie ihr seht, bin ich doch nicht nur im Urlaub und liege auf der faulen Haut.
Wie dem auch sei, ich melde mich bald wieder. Bis dann! :)

Freitag, 25. September 2009

Rosch haSchana usw.

Hallo ihr alle, ich denke ich melde mich mal kurz wieder... allerdings hab ich nicht so viel Zeit, gross was zu schreiben. Deswegen fasse ich mich kurz.
Letzte Woche war Rosch haSchana, das juedische Neujahrsfest. Deshalb nochmal an alle: Schana Tova (Frohes Neues Jahr)! :D Das war hier eher unspektakulaer, da ich mich die meiste Zeit in Gilo rumgetrieben habe. Nur am Freitagabend, also vor einer Woche, war ich in der Jerusalem Assembly, der Stammkirche von den meisten Volos. Da hat's dann auch was zu Essen gegeben, anlaesslich des neuen Jahres.
Morgen ist Schabbat und am Sonntag dann Jom Kippur, der hoechste juedische Feiertag (nach dem Schabbat) ueberhaupt. Mal sehen, was ich da mache, weil da habe ich unerwarteterweise frei. Vielleicht nehme ich - aufgrund mangelnder Busse - meine Beine in die Hand und laufe zu Fuss in die Stadt. Da gibt es einen haufen Synagogen, vielleicht komm ich da ja in eine rein und kann mal an dem Fest teilhaben, anstatt in meiner WG zu sitzen oder zu pennen... :D
Jedenfalls habe ich jetzt gemerkt, dass ich so langsam meinen Laptop zu vermissen beginne. Denn man hat hier wenige Moeglichkeiten - erstens: Man kann arbeiten. Wenn man nicht arbeitet kann man (zweitens) schlafen. Oder essen (drittens). Oder einfach nur chillen (viertens). Und natuerlich andere Volos treffen und mit denen (vier punkt eins) chillen. Und wenn einem dann nichts mehr einfaellt, dann juckt es einen pausierenden Schriftsteller so langsam in den Fingern, d.h. "aaaaahhh! So langsam brauch ich was, wo man Word-Dokumente erstellen, reichlich mit Buchstaben fuellen und danach abspeichern kann!" Man will ja nach einem Jahr nicht nach Deutschland zurueckkommen und NICHTS geschrieben haben, kein neues Buch, keine wissenschaftlichen Aufsaetze ueber die israelische Kultur, oder die politische Lage des Nahen Ostens. Das waere ja ein Unding. Deshalb bin ich froh, dass mir meine Familie, die mich in einigen Wochen schon besuchen kommt, einen neuen (hoffentlich nicht zu teuer erstandenen) Laptop mitbringt.
So viel zu meiner aktuellen Lage. :D
Das war jetzt doch nicht so kurz gefasst wie erwartet... naja. Auch gut. Ich wuensch euch jedenfalls eine schoene Zeit. Ihr hoert wieder was von mir, in den naechsten Tagen.

Montag, 14. September 2009

Wochenendseminar in Karei Desche

(Hallo Leute... stellt euch darauf ein dass ich heute ein bisschen ausfuehrlicher werde...)
Gestern ging unser Wochenendseminar am See Genezareth zu Ende. Wir waren nach vielen Wochen der Arbeit froh, unsere Mitvolontaere mal wieder zu sehen. Auch die Location war nicht schlecht: Eine Jugendherberge mit Strand und gutem Essen. Diese Unterkunft aehnelte - zu unserer Freude - einem Hotel.
Der erste Abend wurde mit lange geprobten Theaterstuecken und einem Musical zum Thema Jesus gestaltet. Der hatte seinerzeit naemlich rund um den See Genezareth gewirkt. Wir hatten viel Spass, und noch dazu einen vollen Magen. Bei manchen war der Magen zu voll, und man hoerte gelegentlich ein leises Seufzen.
Am naechsten Morgen ging es schon frueh los nach Kana. Dort wurde einst eine Kirche ueber eine Kirche gebaut, die ueber dem Haus gebaut wurde, wo Jesus bei einer Hochzeit zu Gast war und durch sein erstes oeffentliches Wunder die Gastgeber vor der peinlichen Situation bewahrt hatte, den Gaesten aufgrund von Weinknappheit nichts mehr zu Trinken bieten zu koennen. Kann man unter dem Stichwort Hochzeit zu Kana in der Bibel nachlesen.
Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter nach Nazareth. Dort haben Christen ein Freilichtmuseum errichtet, das sich Nazareth Village nennt und dem Besucher das zeigt, was man heute trotz der Kirchen und Gedenktafeln nirgendwo mehr findet: Naemlich Galilaea, wie es damals wirklich ausgesehen hat. Wie die Leute frueher Oliven gepresst haben. Wie sie Teppiche gewebt haben. Und der Nachbau einer biblischen Synagoge laesst einen auf einmal erkennen, dass man dort angelangt ist, wo Jesus gepredigt hat. Das nimmt einem in gewisser Weise die ganze Magie, die man von Deutschland aus gespuert hat, bevor man ins Heilige Land reist. Der schlichte Bau mit einigen Saeulen und harten Sitzbaenken aus Stein hat aber auf eine andere Art eine viel groessere Wirkung auf mich. Die Tatsache, dass Gott Mensch geworden ist und einer von uns war, laesst sich erst hier, in einer kleinen Landsynagoge in Galilaea, begreifen. Die Abbildungen und Rekonstruktionen des Tempels in Jerusalem sind immer so unwirklich. Gott erscheint einem so fern. Hier, in Nazareth Village, in einem Nachbau einer Dorfsynagoge, kommt es einem so vor, als wuerde Jesus jeden Moment zur Tuer hereinkommen.
So, das war jetzt ein kurzer Ausflug in meine persoenliche Religionsphilosophie. Jetzt weiter im Text:
Zurueck in der Jugendherbergs-Hotelanlage erwartete uns ein Picknick. Danach ging es fuer viele von uns weiter nach Kapernaum und/oder auf den Berg der Seligpreisungen (siehe Bergpredigt). Ich bin nach Kapernaum mitgegangen. Da ging es mir ein bisschen so wie zuvor in Nazareth. Die Ruinen von kapernaum sind ueberschaubar. Man steht also alle zwei Meter unweigerlich auf der Stelle, an der Jesus entweder einen Blinden geheilt oder mit einem Zoellner gesprochen hat.
Den spaeten Nachmittag verbrachten wir alle im Wasser des Sees. Ein bisschen Urlaub gehoert ja schliesslich auch dazu.
Am Abend besuchte uns ein alter Herr (Esra Fein), der viel zu erzaehlen hatte. Der erste Teil (ueber den See Genezareth) erschien den meisten ein bisschen oede. Doch dann folgte die Biografie, und die war hochinteressant. Ich kann ja hier unmoeglich alles widergeben, deshalb spare ich mir das. Oh, interessant: Der Esra hat seine Frau auf einer Single-Reise nach Zypern gefunden. Fuenfzig Frauen, fuenfzig Maenner. Alles israelische Kibbutzniks ohne Hoffnung. So wird das also in Israel gemacht... :D
Der Abend klang mit Lobpreis und Gitarren auf der Wiese aus. Am naechsten Morgen sollte das Seminar ja auch schon sein Ende finden, in einem Gottesdienst am Ufer des Sees. Dazu hatten einige Leute etwas vorbereitet. Sechs von den alten Volos wurden verabschiedet. Und der Marc hielt eine Predigt. Danach gab es Aepfel und ein bisschen was fuer den Weg.
Ein paar von uns machten sich gemeinsam auf zur Bushaltestelle. Wir warteten 20 Minuten, dann kam der Bus nach Tiberias, fuer die Leute die nach Haifa mussten. Nach weiteren 10 Minuten waren die Leute nach Petach Tikva dran. Da waren dann nur noch Krissi und ich uebrig. So. Und wir warteten ganze zweieinhalb Stunden auf unseren Bus nach Jerusalem.
Angekommen sind wir aber doch. Und ich sitze hier am PC und hab nachher noch Spaetschicht. Endlich wieder arbeiten...
Viele Gruesse an euch, die ihr meinen endlos erscheinenden Blog lest... :) Macht's gut.

Samstag, 5. September 2009

Freitagabend

Halloele, hier bin ich wieder... dieses Mal mit oe und ue und so weiter, weil hier im Computerraum in dem Behindertenheim nebenan gibt es leider nur englische Tastaturen.
Ich dachte einfach ich melde mich mal wieder, wo doch so viele Leute meinen Blog lesen.
Diese Woche naehert sich dem Ende, und ich bin bisschen erschoepft. War bisschen stressig. Viele Arbeitsstunden und wenig Freizeit, wird naechste Woche aber besser. Denke ich. Hoffe ich. Werd ich dann ja sehen. Morgen abend gibt es den Schichtplan fuer kommende Woche. Der kommt immer erst Samstagabend. Wenn man nicht aufpasst und nicht nachschaut, dann kann es sein, dass man Sonntagmorgens um halb vier heimkommt und nur zwei Stunden schlafen kann, bis man wieder an die Arbeit muss. Ist hier schon Leuten passiert. Mir allerdings noch nicht. Ehrlich. Bin ja noch neu.
Na, was red ich denn da wieder. Gibt es vielleicht was Wichtiges, das ich den Leuten in der Heimat (oder wo auch immer) mitteilen sollte? Hmm, mal ueberlegen.
Jedenfalls, seit mein PC mir auf gar sonderbare Weise abhanden gekommen ist, sind ja auch meine Bilder alle weg. Und das sind nicht nur alle Bilder meiner letzten Reisen - bzw. die der Reisen der letzten 5 Jahre - sondern natuerlich die schoenen Krawallbilder aus Mea Schearim, die mit den brennenden Muelltonnen. Hier im Blog ist ja nur eines zu sehen, aber ich hatte ja mehr. Was heisst das jetzt fuer mich?? Ich muss demnaechst nochmal los und hoffen, dass gerade zu deeem Zeitpunkt wieder irgendwelche Orthodoxe einen Muellcontainer entzuenden. Wolln wer mal hoffen, dass das was wird... :D
Wie dem auch sei, morgen noch Arbeit, uebermorgen vielleicht nicht mehr. Da kann ich dann in die Kirche gehen. Und falls ich doch arbeiten muss - naja... Ist eben so. Letzte Woche waren es glaube ich sogar 45 Stunden. Aber es kommen auch bessere Tage, d.h. 20 Stunden. Soll es schon oft gegeben haben. Spaetestens wenn am 10. September unsere Volo-WG wieder mit frischen und motivierten Volos aus Deutschland aufgefuellt ist. Denn die ersten der letzten Volo-Generation haben sich bereits aus dem Staub gemacht, heim in Richtung Deutschland.
So, der Worte sind genug gewechselt fuer heute Abend... Ich werde jetzt noch ein bisschen meine freie Zeit bei den Ilanern geniessen, da ich morgen - das erste Mal seit 4 Tagen - nicht um Viertel vor sech aufstehen muss.
Macht's denn mal gut. Ihr hoert von mir. (Hoffentlich auch bald wieder mit einem o und zwei Punkten drauf, weil das sieht alles extrem daemlich aus hier...) :D

Freitag, 28. August 2009

Freitag

Es ist Freitag und ich hab grad Pause. Deshalb schreib ich schnell mal in meinen Blog. Die Sache ist nämlich die: Der 2-Tages-Trip war cool, morgen hab ich frei, usw., aaaaber - mein Laptop wurde geklaut. Und das genau dann als wir auf dem Trip waren. Das Haus war leer. Alle Volontäre und Worker und Autisten waren mit auf dem Trip. Es gab nur zwei unverschlossene Türen, eine über die Terrasse und eine (von einem Sofa blockierte) Hintertür in unsere WG. Und hinter der war mein Laptop. Super, nä? Wer denkt denn dass da einer einbricht?? Das ist ja immerhin für das nächste Jahr sowas wie mein Zuhause, oder? Oh Mann, wenn ich den erwische... Sonst fehlt nix. Nicht einmal das Kabel hat er mitgenommen, der Honk... Jetzt sitzt wahrscheinlich irgendein Terrorist, dem er den PC vertickt hat, irgendwo in Gaza oder in Ramallah und hat kein Ladekabel... Amateur.
Mein Chef, der Moschi, hat die Polizei geholt. Die hat dann fleißig Fingerabdrücke gesucht, und hat den riesigen Schuhabdruck auf unserem Sofa begutachtet. Aber ob sich da was tut...
Nunja, wie dem auch sei, ich hab keinen PC mehr, und jetzt hab ich auch nur Internet, weil ich gerade am Computer von einer Mitvolontärin sitze, die morgen wieder nach Deutschland zurückfliegt... Also, an alle die bisher in meiner ICQ-Liste waren: Der Thorschten existiert vorerst nicht mehr. Und wenn, dann antwortet der nur auf arabisch aus Ägypten oder sonstwo, wo man geklaute PCs zu kaufen bekommt. Ach ne, stimmt ja, der Dieb kommt ja gar nicht in mein Benutzerkonto rein. Mein Passwort hatte nämlich ein ü drin, da kommt der nie drauf. *haahaa*
Also, meine Freunde, schreibt mir fleißig Emails. Ich werde versuchen regelmäßig zu antworten. Was für ein Glück, dass ich Postadressen und auch die meisten Emailadressen auf Papier "gespeichert" habe. Komisch, dabei bin ich mir noch dumm vorgekommen, dass ich das alles von Hand aufgeschrieben habe...
Eine Freundin von mir hat gesagt sie betet für meinen PC. Ob ihr daheim das jetzt glaubt oder nicht, aber hier in Israel hat das schon manchem geholfen. Deshalb werde ich das wohl auch tun. Aber jetzt werde ich erst mal meine schicht beenden (nach meiner Pause). Den Gottesdienst verpasse ich heute wieder. Und was ich morgen mache weiß ich noch nicht.
Also, bis dann.

Donnerstag, 20. August 2009

Aschkelon

Heute waren wir in Aschkelon. Ein Badeausflug mit den Autisten. Aschkelon - das ist so in Richtung Gazastreifen, wo auch schon mal ein paar Qassam-Raketen eingeschlagen haben. Naja, egal. Grade ist da ja Ruhe. Jedenfalls war's cool. Nur das Wasser war (piss)warm, um mal Klartext zu reden. :D Abkühlen... Fehlanzeige.
Auf diese Weise habe ich heute wenigstens ein bisschen was vom Land gesehen. Auch an der berüchtigten Grenzmauer zum Westjordanland sind wir vorbeigefahren.
Morgen beginnt mein Mammut-Wochenende: Freitag arbeiten von 9 bis 21 Uhr (mit 2 Stunden Pause) und Samstag das gleiche.... aber wenn ich Glück hab, dann hab ich ja den Sonntag frei und kann in den Gottesdienst gehen, sollte ich das morgen nicht können.
Also dann, viele Grüße. Ich werd mich ja bald wieder melden.

Dienstag, 18. August 2009

Wieder Jerusalem

Nach zwei wirklich stressigen Arbeitstagen hab ich heute wieder mal freigehabt. Also bin ich um die Mittagszeit mit dem Bus in die Stadt gefahren. Ich wollte einfach mal ein paar Fotos machen von den Orten, wo ich mittlerweile schon so oft war, die ich aber meistens auf keinem Foto festgehalten hatte. Zuerst bin ich zum jüdischen Suq gegangen. Dort herrscht immer große Betriebsamkeit. Vor allem die Fischstände gefallen mir so; da liegen die Fische einfach so, schön geordnet und auf Haufen zwischen dem Eis, das man an diesen heißen Tagen braucht, um die Ware frischzuhalten.
In Mea Schearim war ich auch nochmal, wo die Orthodoxen leben. Als ich das erste Mal da war, habe ich mich nicht getraut Fotos zu machen. Man hört ja so einiges, was das angeht. Aber dieses Mal hab ich diese jüdische Welt festgehalten, die früher einmal in Osteuropa bestanden hat und heute nur noch in Brooklyn und Jerusalem zu finden ist. Aber irgendwie passt diese jüdische Schtetl-Atmosphäre nicht in den Orient. Die vielen Männer in ihren langen, schwarzen Mänteln und mit ihren Hüten… die müssen unheimlich schwitzen.
Am Rand von Mea Schearim habe ich dann einen Einblick in gelebte Politik bekommen, wie es sie nur in Israel gibt: Fünf Orthodoxe haben spontan einen riesigen Müllcontainer auf die Straße geschoben und angezündet. Das hat den Verkehr aufgehalten, für hitzige Debatten und Handgreifichkeiten gesorgt, und ich habe alles auf Foto- und Filmmaterial festgehalten. Das war ein Spaß…


Die Altstadt hat sich seit meinem letzten Besuch nicht verändert. Auch die Preise für Essen und Trinken sind noch immer gleich hoch. Fleisch kann man hier sowieso vergessen, da zahlt man sich dumm und dämlich.
Mein rechter großer Zeh schmerzt. Ansonsten gibt es nichts neues von mir…