Freitag, 28. August 2009

Freitag

Es ist Freitag und ich hab grad Pause. Deshalb schreib ich schnell mal in meinen Blog. Die Sache ist nämlich die: Der 2-Tages-Trip war cool, morgen hab ich frei, usw., aaaaber - mein Laptop wurde geklaut. Und das genau dann als wir auf dem Trip waren. Das Haus war leer. Alle Volontäre und Worker und Autisten waren mit auf dem Trip. Es gab nur zwei unverschlossene Türen, eine über die Terrasse und eine (von einem Sofa blockierte) Hintertür in unsere WG. Und hinter der war mein Laptop. Super, nä? Wer denkt denn dass da einer einbricht?? Das ist ja immerhin für das nächste Jahr sowas wie mein Zuhause, oder? Oh Mann, wenn ich den erwische... Sonst fehlt nix. Nicht einmal das Kabel hat er mitgenommen, der Honk... Jetzt sitzt wahrscheinlich irgendein Terrorist, dem er den PC vertickt hat, irgendwo in Gaza oder in Ramallah und hat kein Ladekabel... Amateur.
Mein Chef, der Moschi, hat die Polizei geholt. Die hat dann fleißig Fingerabdrücke gesucht, und hat den riesigen Schuhabdruck auf unserem Sofa begutachtet. Aber ob sich da was tut...
Nunja, wie dem auch sei, ich hab keinen PC mehr, und jetzt hab ich auch nur Internet, weil ich gerade am Computer von einer Mitvolontärin sitze, die morgen wieder nach Deutschland zurückfliegt... Also, an alle die bisher in meiner ICQ-Liste waren: Der Thorschten existiert vorerst nicht mehr. Und wenn, dann antwortet der nur auf arabisch aus Ägypten oder sonstwo, wo man geklaute PCs zu kaufen bekommt. Ach ne, stimmt ja, der Dieb kommt ja gar nicht in mein Benutzerkonto rein. Mein Passwort hatte nämlich ein ü drin, da kommt der nie drauf. *haahaa*
Also, meine Freunde, schreibt mir fleißig Emails. Ich werde versuchen regelmäßig zu antworten. Was für ein Glück, dass ich Postadressen und auch die meisten Emailadressen auf Papier "gespeichert" habe. Komisch, dabei bin ich mir noch dumm vorgekommen, dass ich das alles von Hand aufgeschrieben habe...
Eine Freundin von mir hat gesagt sie betet für meinen PC. Ob ihr daheim das jetzt glaubt oder nicht, aber hier in Israel hat das schon manchem geholfen. Deshalb werde ich das wohl auch tun. Aber jetzt werde ich erst mal meine schicht beenden (nach meiner Pause). Den Gottesdienst verpasse ich heute wieder. Und was ich morgen mache weiß ich noch nicht.
Also, bis dann.

Donnerstag, 20. August 2009

Aschkelon

Heute waren wir in Aschkelon. Ein Badeausflug mit den Autisten. Aschkelon - das ist so in Richtung Gazastreifen, wo auch schon mal ein paar Qassam-Raketen eingeschlagen haben. Naja, egal. Grade ist da ja Ruhe. Jedenfalls war's cool. Nur das Wasser war (piss)warm, um mal Klartext zu reden. :D Abkühlen... Fehlanzeige.
Auf diese Weise habe ich heute wenigstens ein bisschen was vom Land gesehen. Auch an der berüchtigten Grenzmauer zum Westjordanland sind wir vorbeigefahren.
Morgen beginnt mein Mammut-Wochenende: Freitag arbeiten von 9 bis 21 Uhr (mit 2 Stunden Pause) und Samstag das gleiche.... aber wenn ich Glück hab, dann hab ich ja den Sonntag frei und kann in den Gottesdienst gehen, sollte ich das morgen nicht können.
Also dann, viele Grüße. Ich werd mich ja bald wieder melden.

Dienstag, 18. August 2009

Wieder Jerusalem

Nach zwei wirklich stressigen Arbeitstagen hab ich heute wieder mal freigehabt. Also bin ich um die Mittagszeit mit dem Bus in die Stadt gefahren. Ich wollte einfach mal ein paar Fotos machen von den Orten, wo ich mittlerweile schon so oft war, die ich aber meistens auf keinem Foto festgehalten hatte. Zuerst bin ich zum jüdischen Suq gegangen. Dort herrscht immer große Betriebsamkeit. Vor allem die Fischstände gefallen mir so; da liegen die Fische einfach so, schön geordnet und auf Haufen zwischen dem Eis, das man an diesen heißen Tagen braucht, um die Ware frischzuhalten.
In Mea Schearim war ich auch nochmal, wo die Orthodoxen leben. Als ich das erste Mal da war, habe ich mich nicht getraut Fotos zu machen. Man hört ja so einiges, was das angeht. Aber dieses Mal hab ich diese jüdische Welt festgehalten, die früher einmal in Osteuropa bestanden hat und heute nur noch in Brooklyn und Jerusalem zu finden ist. Aber irgendwie passt diese jüdische Schtetl-Atmosphäre nicht in den Orient. Die vielen Männer in ihren langen, schwarzen Mänteln und mit ihren Hüten… die müssen unheimlich schwitzen.
Am Rand von Mea Schearim habe ich dann einen Einblick in gelebte Politik bekommen, wie es sie nur in Israel gibt: Fünf Orthodoxe haben spontan einen riesigen Müllcontainer auf die Straße geschoben und angezündet. Das hat den Verkehr aufgehalten, für hitzige Debatten und Handgreifichkeiten gesorgt, und ich habe alles auf Foto- und Filmmaterial festgehalten. Das war ein Spaß…


Die Altstadt hat sich seit meinem letzten Besuch nicht verändert. Auch die Preise für Essen und Trinken sind noch immer gleich hoch. Fleisch kann man hier sowieso vergessen, da zahlt man sich dumm und dämlich.
Mein rechter großer Zeh schmerzt. Ansonsten gibt es nichts neues von mir…

Freitag, 14. August 2009

Freitag

Heute hab ich frei, und wieder ist eine Woche geschafft. Ich dachte ich melde mich hier mal wieder. Ich war vorhin noch in der Malcha Mall, dem größten Einkaufszentrum Isreals. Da ist vielleicht was los gewesen...
Jedenfalls, was war diese Woche alles? Also, am Mittwoch waren wir vor dem Hauskreis Fußball spielen, gestern hatte ich Früh- und Spätschicht, was bedeutet, dass man einmal die Woche Abends auch mal richtig fertig ist. Und Morgen, am Schabbat, gehen wir zu Bill, einem Mann aus der Gemeinde, der die neuen Volos zum Grillen eingeladen hat. Wir müssen nur noch schauen wie wir da hinkommen. Weil am Schabbat fahren ja keine jüdischen Busse. Da muss man dann von Gilo zur Hebron Road runterlaufen und ein arabisches Sherut-Taxi nehmen. Mal sehen, irgendwie kommen wir da schon hin.

Nächste Woche wird ziemlich hart, hat man mir gesagt. Der Arbeitsplan ist da. Bin mal gespannt. Jetzt gehen auch die Ferien für die Autisten los, da werden dann Ausflüge gemacht und so weiter.

Also, das war's für's erste. Heute Abend gehe ich wieder in einen Gottesdienst. Ich melde mich dann wieder, sobald was Interessantes passiert.

Samstag, 8. August 2009

Schabbat-Ausflug nach Jerusalem (und mehr)

Heute ist so allerhand passiert. Also, zuerst einmal waren wir in Jerusalem. Wir - das sind heute Sari, Lennart, Philipp und ich. Wir sind von Rami, einem arabischen Fahrer, vor das Damaskustor gefahren worden. Busse fahren nicht, weil ja Schabbat ist. Aber im arabischen Teil der Stadt ist ordentlich was los... Der Suq ist überfüllt mit Menschen. Wir waren an der Klagemauer und im Jüdischen Viertel. Sari ist dann weiter nach Ramallah. Dorthin dürfen wir Hagoshrimer ja nicht, aber sie ist von einer anderen Organisation.

Also machten sich Lennart, Philipp und ich auf in Richtung Ölberg. Wir wollten die Aussicht genießen. Ich natürlich ohne Sonnencreme, Strohhut und in einem schwarzen T-Shirt (PS: Ich habe überlebt...).

Es hat sich wirklich gelohnt; die Aussicht war diese klassische, die man überall sieht:

Auf dem Rückweg aßen wir bei einer arabischen Falafel- und Kebab-Bude, preiswert und lecker. Busse fuhren ja keine direkt nach Gilo, also nahmen wir so einen arabischen Bus. Der ließ uns dann aussteigen, ungefähr 3 Kilometer von Gilo entfernt... sind wir eben gelaufen. Und auf dem weg bemerkte ich, dass ich ein kleines bisschen zu viel Sonne abbekommen hatte... Sonnenbrand im Gesicht.

So, aber das Beste kommt noch. Im Ilan kam vor Tagen die Idee auf, den Jungs die Haare auf 9 Milimeter zu rasieren. Kurzum, Johannes, Philipp, Lennart und mir wurden unsere Häupter geschoren. Warum ich mitgemacht habe? Naja, erstens sehe ich mich jetzt selbst als Ehren-Ilaner an, und zweitens haben wir somit eine noch bessere Bindung zwischen den WGs in Gilo geschaffen. Und bei diesen Temperaturen sind solche Haare ganz gut.

Freitag, 7. August 2009

Schabbat Schalom

Heute Abend ist Schabbat-Anfang, wie jeden Freitagabend. Deswegen geh ich mit Kris in so eine messianische Gemeinde zum Gottesdienst. Mal sehen wie das wird. Wird bestimmt cool.

Heute habe ich einen freien Tag. Deshalb war ich heute vormittag in Jerusalem. Ich wollte mir eigentlich nur Postkarten besorgen und gleich schreiben und abschicken und eine Handykarte kaufen. So. Als ob das geklappt hätte. Die Postkarten waren schnell gekauft und geschrieben, nur hatte die Post ab 12.00 Uhr zu. Ich stand um 12.20 Uhr vor der geschlossenen Tür. Handykarte war auch schnell gekauft. Bei allen anderen, die ich kenne, hat das auf Anhieb funktioniert. Nur ich sitze im Bus und schalte mein Handy ein, und was lese ich? "Falsche Karte"... Am liebsten hätte ich laut geflucht, aber als Christ flucht man nicht... So ein Schmu, jetzt darf ich am Sonntag oder am Montag oder wenn ich mal nachmittags frei habe nochmal in die Stadt fahren.

Egal. Was solls. Das war eben wieder typisch Thorsten. Jedenfalls habe ich für Postkarten ja ein ganzes Jahr Zeit. Und heute Abend wird erstmal Schabbat gefeiert.

Oh, jetzt gibt's auch mal Bilder von meiner Arbeitsstelle und von dem Ort, wo ich wohne:


Und noch eins, mit der Aussicht, die ich jeden Tag genießen darf:


Donnerstag, 6. August 2009

Hauskreis

Gestern war Hauskreis. Das ist immer Mittwochs, in der Hagoshrim-Zentrale in der Hagay Street. Krissi und ich mussten kochen, d.h wir waren 2 Stunden vor den anderen da. Wir haben Tomatensalat und solche Nudeln in Reisform (Ptitim) gemacht. Als Nachtisch gab es Pudding.
Der Hauskreis hat immer ein bestimmtes Thema, dieses Mal war es Tischa beAv, ein jüdisches Fest, bei dem um den Verlust der Klagemauer getrauert wird. Dazu war eine Dozentin eingeladen. Aber vorher kam Dinah Lutati, die vom Wohlfahrtsministerium für uns zustänig ist. Sie hat uns begrüßt und uns für unseren Einsatz im Land gedankt. Ingrid (unsere Vertreterin von Hagoshrim) war froh, dass sie überhaupt gekommen ist, denn beim Einführungsseminar letzte Woche hatte sie uns versetzt...
Im Laufe des Abends wurde gebetet und gesungen. So gegen halb elf machten wir uns auf den Rückweg mit dem Bus nach Gilo.
Heute fange ich um 14.30 Uhr an zu arbeiten, bis 21.30 Uhr. Morgen und übermorgen habe ich frei, jedenfalls habe ich noch nichts Gegenteiliges gehört... Was ich an diesen beiden Tagen mache, schreibe ich euch dann in den nächsten Tagen.

Dienstag, 4. August 2009

Der erste Arbeitstag

Gestern war mein erster "Arbeitstag" (15.15-17.45 Uhr), d.h. ich bin rumgesessen bzw. gestanden und habe dem Akiva (einem Kollegen) zugeschaut, was man so alles macht an einem Montagnachmittag in der Spätschicht. Im Großen und Ganzen wartet man erst einmal zwei Stunden, bis die Autisten von der Arbeit kommen. Ein Autist, Michail, war krank und nicht in der Arbeit. Er saß im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Meine erste Begegnung mit den Leuten da war also weniger spektakulär. Es wurden dann Schritt für Schritt mehr. Als nächstes kam Gila von der Arbeit. Und erst um 17 Uhr kamen dann die restlichen fünf. Ab dann wurde es ein bisschen unüberschaubar, und es ging drunter und drüber.
Der befürchtete Schock des ersten Arbeitstages blieb aus. Aber der erste Eindruck hinterließ schon ein sehr seltsames Bild... Ich denke es wird eine Weile dauern, bis ich mich an die Arbeit gewöhnt habe. Heute fängt meine Schicht auch erst um 15.15 Uhr an, dauert aber bis halb acht. Dienstags ist angeblich immer mehr Schwung drin, weil die Autisten da verschiedene activities machen (was auch immer das bedeutet; werd ich ja noch sehen...).
Morgen haben wir unseren Hauskreis, in der Hagoshrim-Zentrale in der Innenstadt von Jerusalem. Ich und Kris müssen kochen. Also gehen wir vorher noch was einkaufen. Mal schauen ob das alles glattläuft...

Sonntag, 2. August 2009

Gilo

Heute bin ich in Gilo angekommen, wo sich meine Stelle befindet. Morgen geht es dann endlich los mit der Arbeit. Mal sehen wie das wird. Der erste Tag soll angeblich immer ein Schock werden, weil alle auf einen einreden und man kein Wort versteht. Aber die anderen Mitarbeiter helfen einem dann.
Mein Zimmer ist klein und ich muss es mit jemandem teilen, aber das macht mir im Moment nicht so viel aus. Ich habe meine Sachen alle untergebracht. Ansonsten ist die WG ganz gemütlich. Heute abend feiert der Kris seinen 20. Geburtstag. Da kommen ein Haufen andere Volos, wird bestimmt lustig.
Ich sitze hier gerade im "Wohnzimmer" unserer WG. Da gibt es Internet, relativ unproblematisch, mit Kabel. Nebenher läuft ein bisschen Musik. Ich habe den ganzen Tag frei.
Achso, zu den letzten Tagen.... ich habe mich ja eine Weile nicht gemeldet. Wir waren am Schabbat (Freitagabend) in der Synagoge und am Samstagmorgen in der Baptist Church. Abends gab es dann eine Aussendeung, mit viel Beten und Singen. Jetzt sind wir auch alle mental vorbereitet und von Gott geleitet für unsere Arbeit.
Ich werde jetzt heute nicht viel mehr schreiben. Ich warte jetzt die ersten Arbeitstage ab. Ich hoffe dass meine Motivation dann immer noch die gleiche ist wie jetzt. Ich freue mich schon, dass ich jetzt bald was tun darf, damit mal ein bisschen Schwung in den Tagesablauf kommt.
Bis dann, ihr hört von mir.