Ich will Euch allen erst einmal Frohe Ostern wünschen, bevor ich wieder anfange, mich in verworrenen Satzstrukturen zu verwickeln. :)
Also:
Frohe Ostern Euch allen!
Denn der Herr ist auferstanden. Und das ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Ostern ist demnach eigentlich noch wichtiger als Weihnachten. Aber ich wette, die Leute auf der Straße haben dieses Jahr bei den typischen Radio-Umfragen wieder total versagt. "Öhm, ja, Ostern. Das ist da wo der Hase kommt. Und die Eier bringt." Oder sowas wie: "Da ist doch der Weihnachtsmann gestorben, oder? Oder war's der Nikolaus?" Nee, du Dummkopf, die Schoko-Weihnachtsmänner wurden eingeschmolzen, um als Osterhasen zu enden. So ist das.
Wie dem auch sei, ich war am Samstag in meiner Stammgemeinde. Das ist ja was relativ Freikirchliches. Aber die Predigten gehen 55 Minuten lang, und das ist die Hauptsache. In der evangelisch-landeskirchlichen Erlöserkirche, dem "preußischen Patriarchat" (wie ich es nenne) geht eine Predigt so zwischen acht und zwölf Minuten. Vor Jahren hätte ich da wahrhaft erlöst aufgeatmet, aber heute... Was bekommt man in so kurzer Zeit denn vermittelt? Eigentlich fühle ich mich in jeder evangelischen Kirche wohl, weil da so ein bisschen Heimat-Feeling aufkommt. Aber mittlerweile höre ich doch lieber die Predigten, die etwas länger gehen. Auch wenn die dann halt auf Englisch sind. Aber das muss man dann halt in Kauf nehmen. Ich erinnere mich schwach daran, dass die Predigten in meinem Heimatort im Remstal deutlich länger waren als die in der Erlöserkirche. Ich hoffe, dass mich meine Erinnerung nicht trübt...
Wie gesagt, ich war in meiner Gemeinde hier in Jerusalem, der Jerusalem Assembly. Und hab mir eine knapp einstündige Lehrstunde angehört. Und ich muss sagen, danach fühlt man sich immer wieder bestärkt im Glauben. Dabei ist der Pastor (M. Kalisher) dieses Mal relativ logisch und auf Fakten gestützt vorgegangen. Es ist ja das Beste, wenn man das ganze "Wissen" auf ein Minimum reduziert, wenn es um Glauben geht. Sonst wäre es ja kein "Glauben" mehr. Aber es ist doch schön, wenn man Glauben logisch erklären kann.
Wie dem auch sei, ich will Euch mal ein paar interessante Sachen zur Auferstehungsgeschichte erzählen.
Juden behaupten ja, dass Jesus nicht auferstanden sei, sondern von den Jüngern, diesen Halunken, aus dem Grab gestohlen worden ist. Muslime hingegen denken, dass Jesus gar nicht tot war. Denn der Sohn Gottes kann nicht sterben.
Okay, von Anfang an. Jesus ist gekommen um zu sterben, für die Sünden der Welt. Er ist am Karfreitag gekreuzigt worden. Am gleichen Abend hat das jüdische Pessach-Fest angefangen. Da schlachtete man als Jude ein Opferlamm, um an den Auszug aus Ägypten zu erinnern. Opfern, Lamm - Lamm Gottes - klingt logisch, oder? Jesus hat sich selbst geopfert, für alle Völker. Und die Juden sind die einzigen gewesen, die das auf Anhieb hätten erkennen müssen. Denn die hatten ja die ganzen Prophezeiungen in ihren Büchern. Das Alte Testament, wo alles auf Jesus hinweist.
Jesus starb als erster von den drei Männern, die da gekreuzigt worden waren. Das ist normalerweise kein schöner Tod, denn das kann Tage dauern. Und angenehm ist das auch nicht. Jesus ist aber nicht einfach nur gestorben, sondern er "hat seinen Geist aufgegeben". Er hat den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmt. Er hat sich bewusst selbst geopfert, am Vorabend des Pessach-Festes.
Also, das widerspricht der muslimischen Theorie schonmal. Jesus war wirklich tot. Das hat auch der Centurio dem Pilatus berichtet. Und der Römer hat ja schon viele Leute gekreuzigt und sieht also, wenn einer tot ist und wenn nicht.
So, jetzt zur Auferstehung und dem Diebstahl des Leichnams durch die Jünger. Denn das glauben viele jüdische Gelehrte, bis heute.
Die Pharisäer haben extra ein paar römische Soldaten vor das Grab erbeten, gerade weil sie Angst hatten, die Jünger könnten den Leichnam stehlen. Und da kommen die zwei Marias am nächsten Morgen ans Grab - und das ist leer! Sowas. Und die Römer haben geschlafen.
Jetzt frag ich Euch was: Wisst Ihr, was mit römischen Soldaten passiert ist, wenn sie einfach mal so eingeschlafen wären? Jaa, genau - ein Kopf kürzer, sag ich da nur.
Und die Jünger? Wisst Ihr, dass die meisten der Jünger im Laufe ihres Lebens eines gewaltsamen Todes als Märtyrer gestorben sind? Hätten sie den Leichnam gestohlen, hätten sie gewusst, dass das mit der Auferstehung nicht wahr sein kann. Dann wären sie zurück nach Galiläa gegangen und wären wieder Fischer geworden. Das Thema Jesus wäre abgehakt gewesen. Aber nein, sie sind für ihren Glauben gestorben. Auch die Pharisäer haben den Leichnam nicht beiseite geschafft. Weil das hätte ja dann gezeigt, dass Jesus auferstanden ist...
Hört sich alles verwirrend an, vielleicht. Ist aber ganz logisch.
Jesus war tot. Er hat seinen Tod selbst bestimmt.
Jesus ist am dritten Tag von den Toten auferstanden. (So wie es jeder Christ, egal welcher Glaubensrichtung, in seinem Glaubensbekenntnis bekennt.)
Das ist doch ein Ding, oder? Finde ich jedenfalls. Und das Schönste daran ist, dass Jesus für die ganze Welt gestorben ist. Wir Christen, und alle anderen auch, müssen nichts weiter tun als Jesu Lehren zu folgen und ihm nachzufolgen in unserem Leben. Das ist nicht einfach. Aber es zu versuchen und sein Bestes zu geben ist auch nicht schwer.
Das ist im Grunde die Botschaft von Ostern. Und das ist reichlich cool.
Hab ich jetzt hier Internet-Evangelisation betrieben? Wow... :D Aber ich muss das noch üben. Immer noch nicht prägnant genug. Ich rede gern um alles drumrum. :D
(Für alle die mich kennen und jetzt befürchten, dass ich ein texanischer Evangelikaner geworden bin, der keine Ahnung hat vom Leben in Israel und den ganzen Tag nur laut Halleluja ruft - Ich kann Euch beruhigen. Im Grunde bin ich noch ganz normal.)
Jedenfalls: Frohe Ostern!