Montag, 31. Mai 2010

Politik

So, nachdem ich eben noch kurz von meinem Urlaub berichtet habe, muss ich doch wieder mal auf Politik umschwenken, obwohl ich mir damit in meiner Heimat wohl selten Freunde mache. Denn die Ansichten zu Israel und Palästina sind doch andere als die meinen. Das sehe ich immer wieder, wenn ich die Artikel der Zeitungen auf ihren Internetportalen lese.
Zuerst einmal muss ich ja Deutschland mein politisches Beileid aussprechen, weil wir ab heute keinen Bundespräsidenten mehr haben. Eigentlich ein Armutszeugnis, dass wir jetzt also auch gelernt haben, wie man das eigene Staatsoberhaupt rausekelt.
Der Horst war mir wie gesagt zwar sympatisch, aber heute will ich über was Anderes schreiben. Denn wieder ist Israel in den Schlagzeilen.

Ich habe keine Ahnung wie sich die aktuellsten Ereignisse auf die Stimmung der öffentlichen Meinung und der Pro-Palästina-Aktivisten in Deutschland ausgewirkt haben, aber ich nehme einfach mal an, dass es in den nächsten Wochen kaum eine Stimme geben wird, die Israel unterstützt. Jedenfalls findet man hier im Internet ziemlich wenige davon. Deswegen will ich mich mal ein bisschen einmischen.

Wie man ja überall lesen kann, haben israelische Soldaten am heutigen Montag die Free-Gaza-Flottille geentert und dabei dutzende Menschen erschossen und unzählige verletzt. Die sechs Schiffe wollten Hilfsgüter nach Gaza bringen, wo man mit Hamas-Prominenz und einigen internationalen Gästen einen neuen Kai des Hafens einweihen wollte. An Bord der Schiffe waren viele Menschenrechtsaktivisten und auch zwei Abgeordnete der Linkspartei sowie der schwedische Autor Henning Mankell.
Die Aktivisten wollten mit der Aktion ihren Protest gegen die von Israel verhängte Seeblockade des Gaza-Streifens kundtun und sich mit den Palästinensern solidarisch zeigen.

Für die Weltöffentlichkeit natürlich ein gefundenes Fressen: Israelische Soldaten schießen wieder einmal auf friedliche Demonstranten. Diesmal sogar in internationalen Gewässern. Also: In Istanbul stürmt man zur Vorsicht die israelische Botschaft. Ich bin mal gespannt was unsere Leute in Deutschland so alles machen, um ihrem Unmut gegenüber der israelischen Politik bzw. gegenüber allem, was mit Israel zu tun hat, Luft zu verschaffen.

Jetzt ist es also aus meiner Sicht an der Zeit, was zu sagen, das Israel ein wenig in Schutz nimmt. Zuerst einmal die Kurzzusammenfasung:
Im Jahre 2007 übernimmt die Hamas gewaltsam die Macht in Gaza. Daraufhin verhängt Israel eine Seeblockade. Die Hamas verkündet von Anfang an lautstark, dass sie Israel vernichten will. Die Welt nickt zustimmend mit dem Kopf. Ein paar Terroristen schießen tausende von Raketen auf Südisrael. Die Welt sympatisiert mit den "Freiheitskämpfern". Okay, Januar 2009: Israel reicht's. Man marschiert - nachdem die Hamas zum wiederholten Mal den Waffenstillstand gebrochen hat - im Gazastreifen ein und sorgt für Ordnung. Über tausend Zivilisten sterben, von denen man nicht weiß, wodurch sie wirklich gestorben sind. Was tut die Welt? Man ist empört, entsetzt, erschüttert. Auf dem Platz vor dem Kölner Dom wünschen tausende Demonstranten Israel den Tod. Israel zieht sich nach halbwegs gewonnenem Krieg zurück und lässt sich weiter beschießen. (Von Februar 2009 bis April 2010 sind 450 Raketen auf israelischem Boden eingeschlagen.)
Und jetzt? Was sind die Hintergründe von heute morgen? Eine Bewegung (Free Gaza Movement) versucht seit 2007, die Seeblockade zu durchdringen. Heute wollten sie damit erfolgreich sein. Hilfsgüter sollten nach Gaza gebracht werden. Ich meine, es ist ja wohl klar, dass Israel im Vorfeld angekündigt hat, dass man das verhindern wird. Es gab sogar das Angebot, die Hilfsgüter in einem israelischen Hafen abzuladen und dann auf dem Landweg nach Gaza zu bringen. Aber das war ja nicht der Sinn des Vorhabens. Es ging nicht in erster Linie um die Nahrungsmittel. Es ging darum, seine Sympatie mit der Hamas zu zeigen. Deswegen hat man nicht auf israelische Angebote reagiert und auch die Funksprüche der Marine ignoriert. Man ist einfach weitergefahren. Nun, die israelische Armee hat sich gedacht man müsse die sechs Schiffe ja irgendwie schon kontrollieren. Es geht ja nicht, dass man da eine Seeblockade macht und dann ein paar linke Aktivisten wahrscheinlich noch alles Mögliche nach Gaza schmuggeln. Weil als Friedensaktivist auf palästinensischer Seite finden sich ja bekanntlich auch eine Menge Leute, die den bewaffneten Kampf für ein freies Palästina durchaus unterstützen.
Wie dem auch sei, morgens haben sich die Israelis auf die Schiffe abgeseilt. Noch in internationalen Gewässern. Das war wahrscheinlich das einzige Überraschungsmoment, denn die Aktivisten wussten ja, dass sie nicht unentdeckt und unbehelligt durch eine Seeblockade kommen.
Und jetzt wird es interessant. Was der Free-Palestine-Tshirt-Träger ja gern behauptet: Israelische Soldaten landen auf den Schiffen, schießen auf die schlafende Menge, um möglichst viele Freunde Palästinas zu töten.
Was aber sogar youtube-Aufnahmen zeigen: Die Soldaten, deren Auftrag es war, die Schiffe zu kontrollieren und dann - nach israelischem Recht völlig korrekt - in einen israelischen Hafen umzuleiten, wurden von der "schlafenden Menge" freundlich mit Metallstäben und anderen Waffen empfangen. Die Meute wollte die Soldaten geradezu lynchen. Also, meiner Meinung nach sieht friedlicher Protest anders aus... Und dann wurde irgendwann geschossen. Und nicht einmal da ist klar, wer angefangen hat. Am Ende sind jedenfalls fast 20 Leute tot. Und wer ist schuld? Natürlich Israel. Das steht für die meisten Leute außer Zweifel. Wer denn sonst?

Ein paar interessante Videos findet man auf youtube:
Nummer 1: http://www.youtube.com/watch?v=pLpgxlHmZhk
(Titel: "Israelisches Kommando stürmt gewaltsam Flottille". Naja, man sieht eigentlich nur wie sich die Israelis abseilen und zusammengeschlagen werden...)
Nummer 2: http://www.youtube.com/watch?v=ZFx0NnDx6Do
(Hier ist das ganze Geraufe ein bisschen besser überschaubar... Nur für alle, die gerne weiterhin an die "friedlicher Protest"-Version glauben.)

Damit mich hier keiner falsch versteht: Ich rechtfertige hier keine Toten oder so. Ich will nur eine Alternative zu den Darstellungen derer bieten, die sich vorbehaltlos auf die Seite der Hamas gestellt haben...

Manche Leute behaupten, die israelischen Soldaten hätten sofort geschossen. Einfach so. Da kann ich nur eines sagen:
Die israelische Armee hat moralische Werte. Eine Soldatenausbildung beinhaltet hier nicht nur das Kämpfen und Töten. Wahrscheinlich lernt ein Soldat hier sogar mehr über sich selber und über Menschlichkeit als unsere Soldaten daheim, in ihrer nunmehr nur noch 6 Monate dauernden Grundausbildung zum Notfall-Vaterlandsverteidiger.
Die israelische Armee hat ein Imageproblem. Durch Morden und Brandschatzen würde man sich nur noch tiefer in die Sche*ße reinreiten.

Bevor wir vorbehaltlos mit irgendwem sympatisieren, sollten wir einmal nachdenken. Denn fragen wir uns auch mal: Was war der Sinn der ganzen Aktion??
Es ging wie gesagt nicht nur um die Hilfsgüter. Man wollte die israelische Seeblockade durchbrechen. Ob die jetzt illegal nach internationalem Recht ist oder nicht - was habt ihr davon?? Gaza unterstützen? Den Menschen helfen, indem man zeigt, dass man auf der Seite der Hamas steht? Die Hamas hat die Macht in Gaza gewaltsam ergriffen, in einem Bürgerkrieg mit der Fatah. Die Hamas verflucht Israel, will Israel ausrotten - und sagt das in aller Öffentlichkeit ganz deutlich. Und die Hamas schießt Raketen auf israelische Städte ab. Die Hamas hat die Schari'a wieder eingeführt, Frauen müssen sich verschleiern, ob sie wollen oder nicht. Die Hamas gehört zu jenen palästinensischen Nationalisten, die behaupten, es hätte in Jerusalem niemals einen jüdischen Tempel gegeben und Jerusalem hätte keine Verbindung zu den Juden in der früheren Geschichte gehabt. Das alles ist angeblich nur erfunden worden, um die Palästinenser zu unterdrücken. Was soll ich dazu sagen? Die Hamas lügt. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Aber jetzt frage ich euch:
Wie kann sich die halbe bzw. nahezu ganze öffentliche Meinung auf die Seite dieser Terroristen stellen?
Wer wirklich das Wohl der Bevölkerung im Blick hat, der hat für die Hamas und ihren Weg des palästinensischen Freiheitskampfes nichts übrig.
Wie konnten Terroristen so einfach die Herzen von Friedensaktivisten, Schriftstellern oder Politikern der Linkspartei erobern??

Wahrscheinlich hasst mich jetzt ein Teil Deutschlands. Vorausgesetzt Deutschland liest diesen Blogeintrag. Aber ich empfehle euch: Nehmt euch das hier vielleicht ein bisschen zu Herzen, bevor ihr euch vorbehaltlos auf irgendeine Seite stellt...

Urlaub!!!

Hallo allerseits, ich hab die letzte Woche Urlaub gehabt! Ein alter Kumpel von mir, der Patrick, ist mich besuchen gekommen und wir sind bisschen rumgefahren. Dabei bin ich ein bisschen braun geworden und hab mir auch einige Mückenstiche eingehandelt...
Der erste Tag führt alle, die mich besuchen kommen, erst einmal in die Jerusalemer Altstadt. Orient-Einstieg für Europäer. Volles Programm, Klagemauer, arabischer Altstadtbasar, Grabeskirche. Also hatte ich jetzt - mittlerweile wahrscheinlich zum letzten Mal - die Möglichkeit, mich als "einheimischer" Reiseleiter anzubieten. Zumindest in Jerusalem hab ich Heimvorteil.
Der zweite Tag führte uns an den See Genezareth. Wir haben Kapernaum besucht, die Stadt, die Jesus verflucht hat und die heute nur noch aus Ruinen besteht. Danach haben wir uns nach einem Platz zum Schlafen umgeschaut. Cool wie wir sind, haben wir nur Schlafsäcke dabei und machen weder von einem Zelt noch von vorhandenen Jugendherbergen Gebrauch. Die Suche hat uns dann zum Jordandelta geführt, dem Paradies für Stechmücken, Moskitos und Waldflöhe. Das ganze Ungeziefer macht sich jedoch erst des nachts bemerkbar, was für Menschen, die sich bei über 20 Grad nicht in ihrem Schlafsack verkriechen wollen, fatale Folgen hat. Kurz: Ich habe nur an meinem linken Arm an die 30 Stiche gezählt. Vom rechten Arm will ich gar nicht reden. Rund um den Ellenbogen fühlt es sich an, als würde man mit der Hand über den Himalaya fühlen, so hügelig ist es da.


Was soll ich sagen? Wir haben überlebt. Aber zum Hauskreis am Mittwoch habe ich es dann doch nicht mehr geschafft. War zu viel Wegstrecke in zu großer Hitze.
Donnerstag war ganz gechillt. Felsendom, Garten Gezehmaneh, Ölberg, Gartengrab,... Wieder Jerusalem.
Freitags ging es dann an das Tote Meer. Dort leben - wie der Name schon sagt - nicht einmal Stechmücken. Dafür kann man in En Gedi auf einem Campingplatz schlafen - auch ohne Zelt. War echt cool. Eigentlich wollten wir uns noch Kebabs grillen, aber die Läden hatten schon zu, als ich ans Fleisch dachte. Zum Glück hatte der Nationalpark in En Gedi nicht zu. Dort haben wir dann auch bisschen gebadet und uns das Salz abgewaschen. Wir waren zwar nicht die einzigen Touristen da, aber wir haben einen schattigen Platz gefunden, wo wir die Zeit bis zum ersten Bus am Samstagabend verbracht haben. Den mussten wir allerdings nicht nehmen, da wir von Ingrid und Olga aufgelesen worden sind, die zufällig des Weges gefahren kamen.


Den Sonntag haben wir noch genutzt, um uns Yad Vashem anzusehen. Gehört ja - besonders für uns Deutsche - dazu, wenn wir Israel bereisen. Patrick wollte danach noch bisschen Souvenirs shoppen in der Altstadt, denn das war dann auch schon der letzte Tag. Abends bzw. um 2 Uhr nachts kam dann das Sherut zum Flughafen.
Ich war heute wieder auf Arbeit, und ich kann euch sagen: Das fühlt sich gut an, wenn man genügend Urlaub gehabt hat. Dann macht das Arbeiten auch wieder Spaß.

Samstag, 22. Mai 2010

Fußball

So. Ich hab bis grade gearbeitet, und um in der Stadt in irgendeiner Bar Fußball zu schauen ist es jetzt mittlerweile auch zu spät. Also sitze ich dementsprechend in unserem Wohnzimmer und schaue auf unserem Fernseher das Finalspiel Inter Mailand gegen Bayern München (Champions League). Unser Fernseher ist so schlecht, dass ich die Teams nicht auseinanderhalten kann. Die Schrift oben rechts kann ich auch nicht entziffern. Ich hoffe nur, ich schau grad das richtige Spiel... LiveStream im Internet kann man hier nicht empfangen. Da fühle ich mich als Auslandsdeutscher doch ein wenig benachteiligt, wenn nicht sogar verarscht. Denkt bei uns daheim eigentlich jemand an uns??? Naja, okay. Zumindest kann man hier israelischen Fußball schauen. Letzte Woche hab ich life im Fernsehen gesehen, wie Hapoel Tel Aviv Meister geworden ist. Wir sind im Ilan drüben vor dem Flachbildfernseher eines Behinderten gesessen, der zur gleichen Zeit unten in der Stadt im Teddy Stadium war und das gleiche Spiel im Stadion miterlebt hat. Schon cool, wenn man von uns zum Ilan rüberläuft, dann hört man die Fans von unten schreien und die Trommeln und die ganze Stimmung. Schon nicht schlecht. Ich bin dann auch noch am Fenster gesessen und habe praktisch GESEHEN wie Tel Aviv gegen Beitar Jerusalem gewonnen hat. Die Fans von Maccabi Haifa haben sich geärgert, weil Hapoel in der 92. Minute noch ein Tor geschossen hat - und was für eins... Ich bin natürlich auch Hapoel-Fan, weil die Jerusalemer von Beitar angeblich Rassisten sind. Lassen keine Araber mitspielen. Eine andere Mannschaft aus Jerusalem, deren Fangemeinde man sich anschließen könnte, wäre Maccabi Jerusalem. Aber die spielen in der dritten Liga, habe ich mir sagen lassen. Hmm... Außerdem ist ein Worker von uns auch Hapoel Tel Aviv-Fan, weil da ein Onkel von ihm und auch sein Großvater mitgespielt haben, damals. Also, nach VfB STUTTGART ist meine zweite Lieblingsmannschaft jetzt offiziell Hapoel Tel Aviv. Und dann kommt auch schon der FC Timisoara aus Rumänien und die Suttgarter Kickers. Aber das ist eine andere Geschichte...

Samstag, 15. Mai 2010

Caesarea

So, endlich gibt's auch mal wieder was von mir... Ich hatte gestern (Freitag) die Frühschicht, und die dauert freitags eine ganze Stunde (!) :D Und wenn man schonmal wach ist, dann kann man ja irgendwo hinfahren, hab ich mir gedacht. Freitagabend fängt ja der Schabbat an, d.h. das komplette Nahverkehrsnetz kommt zum Erliegen. Gut, dass ich schon um 7 Uhr morgens mit der Arbeit fertig war. Also auf zur Central Bus Station.

Ich wollte mir mal Caesarea anschauen. Von da aus ist Petrus mit dem Schiff auf seine Reise nach Rom aufgebrochen.
Als ich in Caesarea angekommen bin, fiel mir auf, dass ich kein Geld mehr hatte. Weder für den Eintritt in den Nationalpark (Ruinen kosten Geld) als auch für meine Rückfahrkarte. Nur Euros hatte ich noch. Aber in Jerusalem waren alle Wechselstuben um acht Uhr morgens noch geschlossen. Deswegen stand ich an der Autobahn Nummer 2 und schaute in den Mond. Caesarea hat zum Glück auch noch eine Neustadt, mit gemütlichen Hotelanlagen und Spas. Und inmitten dieser sympatischen Kleinstadt fand sich ein Supermarkt und eine Bank. Die war natürlich zu, aber es gibt ja Geldautomaten. Wie dem auch sei, ich hatte bald wieder Geld und konnte auf der ewig langen schnurgeraden Straße in der prallen Sonne in Richtung Ruinen und alte Steine gehen.

Caesarea wurde zur Zeit Herodes des Großen gegründet. Heute liegt das alles in Trümmern, ist demnach aber die bedeutendste archäologische Stätte in Israel. Man findet hier alles: Griechische Tempel, römische Tempel, viele Bodenmosaike, eine Pferderennbahn, ein Amphitheater, ein Hafen, und so weiter. Kurz gesagt: Hochinteressant für alle, die auf Archäologie stehen. Gut dass ich auf Archäologie stehe :D


























Ich fand's cool. So eine Fülle an Archäologie findet man in Deutschland nur an wenigen Plätzen, wo es doch in Deutschland weder Herodes noch Griechen gab, und die Römer sich meist jenseits des Rheins gehalten haben.
Doch das Beste war: Ich war noch vor Schabbat wieder daheim in Gilo. Es lohnt sich also schon, wenn man nicht den halben Tag verpennt sondern mal zeitig aufsteht.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Tel Aviv

Ey, ihr habt keine Ahnung was für ein ge*les Gefühl es ist, wenn man 3 (drei) ganze Tage hintereinander frei hat, und das mitten in der Woche. Das habe ich gleich genutzt und bin nach Tel Aviv gefahren. Da gibt es ein paar Museen, die ich noch nicht gesehen hatte. Ich habe meine Allgemeinbildung jetzt viel zu lange vernachlässigt. Deswegen bin ich ins Diaspora Museum gegangen. Da geht es um die Geschichte des jüdischen Volkes außerhalb von Israel. Viele Synagogen als Modelle nachgebaut und so. Deutsche Juden im Mittelalter, Juden in Italien, und so weiter. Die wichtigsten Meilensteine der jüdischen Geschichte.


Nachdem ich das Museum verlassen hatte, wollte ich in Richtung Strand. Zum Entspannen. Auf dem Weg bin ich beim Eretz Israel Musem vorbeigekommen und dachte mir, das schau ich mir auch irgendwann mal an, wenn ich wieder nach Tel Aviv komme. Hätte ohnehin bald zu gemacht. Deswegen bin ich mal zu Fuß in eine mir logisch erscheinende Richtung gelaufen. Natürlich habe ich wieder einmal gehandelt wie es für mich typisch ist - ich habe nicht nach dem weg gefragt und bin einfach drauflos gelaufen. Naja, in Küstennähe bin ich irgendwie schon gekommen... Aber eher nördlich vom Stadtzentrum. Und Tel Aviv Nord hat ewig lange Straßen, die immer geradeaus führen. Ohne Supermarkt oder sonstiges, einfach nur Wohnhäuser. Irgendwann hab ich mich in einen Bus gesetzt und bin in die andere Richtung gefahren. Nach einer ganzen halben Stunde war ich dann im Zentrum und am Strand. Oh Mann.

Geschlafen hab ich nachts in Petach Tikva, bei den Altenheimleuten. Da war tote Hose, weil die meisten mit Besuch unterwegs waren.

Am nächsten Morgen (also heute) habe ich mir gedacht, wenn ich schonmal in der Nähe bin, fahr ich wieder nach Tel Aviv und schau mir das eretz Israel Museum auch noch an. Hat sich dann auch gelohnt. Allerdings habe ich auf Anhieb wieder auf dem Rückweg zum Bus nicht den richtigen Weg gefunden. Irgendwann lauf ich mich noch zu Tode... Aber Sport tut ja gut. Hab ich irgendwo gehört.

Jetzt ist gleich die Abschiedsparty von Johannes (weil der uns nach nur 9 Monaten schon verlässt...) und der Geburtstag von dem Lennart. Wird lustig...