Mittwoch, 25. November 2009

Seminar

Letztes Wochenende hatte ich mein zweites Seminar, diesmal in Yad Haschmona in der Nähe von Jerusalem. Der Name bedeutet "Gedenkstätte der Acht". Hier haben finnische Christen einen Moschaw (sowas wie ein Kibbuz) gegründet, um an die acht jüdischen Flüchtlinge zu erinnern, die im Zweiten Weltkrieg von der finnischen Regierung an die Nazis ausgeliefert wurden. Der Ort ist ganz schön, mit vielen finnischen Blockhäusern.

Der Gast, der uns dieses Mal besuchte und die Abende mit uns gestaltete, war Johannes Gerloff, ein Israelkorrespondent, der sich mit Bibel und Nahostkonflikt auskennt. Er hat uns am ersten Abend was über die Sache mit den Israelis und den Palästinensern erzählt.
Am nächsten Tag waren wir in Abu Gosh, wo es angeblich den besten Hummus gibt. Da haben wir ein Kloster besucht und ein französischer Mönch (Bruder Olivier) hat uns bisschen unterhalten.
In Abu Gosh leben Araber, die den Staat Israel anerkennen und damit kein Problem haben. Der Mann vom Falaffel-Laden hat sich zwar irgendwie über uns lustig gemacht und hat affige Verrenkungen mit den Armen gemacht, aber das hat die wenigsten gestört. Der hat an diesem Tag das Geschäft seines Lebens gemacht. Naja, zumindest das Geschäft des Tages. Weil Israelis fahren gerne nach Abu Gosh und gehen da essen, weil es hier eben israelische Araber gibt.
Am Nachmittag hat Johannes Gerloff dann mit uns Römer 9-11 komplett auseinandergenommen. Dabei sind mir ein paar ganz interessante Erkenntnisse gekommen. Außerdem habe ich (und auch noch einige andere) gemerkt, dass man nie genug in der Bibel lesen kann. Im Grunde haben wir ja das Heil durch Jesus usw. nur bekommen, weil die Juden damals einfach zu blöd dazu waren, ihn als Messias anzuerkennen. Okay, zu blöd waren sie nicht, denn Gott hat ihre Augen und Ohren verschlossen. Aber auf jeden Fall hat das Jesus ziemlich fertig gemacht. Am Ende hat er seinen Jüngern dann doch den Missionsbefehl gegeben, damit sich die Heiden bekehren. Wir, die Heiden, sollen nämlich die Juden neidisch machen durch das Heil, das wir durch Jesus erlangt haben. Wir sind praktisch das Werkzeug, durch das Gott sein auerwähltes Volk zurückgewinnen will. Und der Deal, der für uns dabei rausspringt, ist die Tatsache, dass wir JETZT das Heil schon haben, wo Israel noch blind ist. Doch wieviel größer wird der Segen für uns sein, wenn Israel auch zum Glauben an Jesus Christus kommt.
Die Sache ist seeeehr kompliziert und verwirrend. Aber wenn man mal drüber nachdenkt, kommen viele interessante Denkansätze dabei raus. Es fällt auch auf, dass dieser Teil des Römerbriefes (der sehr pro-israelitisch bzw. pro Volk Gottes ist) in der Predigt in der Kirche so gut wie nie behandelt wird. Viel Stoff zum Nachdenken.

Ok, das Seminar war cool. Ansonsten... heute ist noch Hauskreis, gestern war ich in der Stadt, die letzten Tage haben wir ab und zu abends im Ilan gesessen. Jo. Am Wochenende habe ich frei, mal sehen was ich da so mache. Achja, da ist Weihnachtsbasar von der Erlöserkirche irgendwie. Vielleicht schau ich da mal vorbei. Na gut. Bis denne, euer Thorsten.

PS: Ihr dürft auch wieder gern ab und zu mal was kommentieren. Und auch wenn's nix zu kommentieren gibt, freu ich mich trotzdem über Kommentare. :)

Dienstag, 17. November 2009

Geburtstag

Gestern war mein Geburtstag, und ich denke ich muss einfach mal wieder einen Blog-Eintrag machen. Über den Geburtstag selber gibt es gar nicht sooo viel zu berichten, aber ein paar Fotos will ich euch zeigen.

Thomy aus dem Alyn und ich haben am gleichen Tag Geburtstag und haben reingefeiert. Da gibt es bei der Central Bus Station so ein verlassenes Araberdorf. Das heißt Lifta, oder auf Hebräisch En Neftoah. Das gibt's da schon seit der Zeit der Bibel. Hab ich bei Wikipedia gegoogelt. Jedenfalls waren wir so um die 15 Leute. Hauptsächlich Jerusalemer, aber auch ein paar aus Petach Tikva. Wir haben in einer Ruine geschlafen. War voll korrekt.

Mittags sind wir dann heimgegangen und ich hab meine Geschenke ausgepackt. Danach hab ich mir einen schönen Abend gemacht. :)

Hier hab ich dann noch ein paar Bilder für euch.
























Oh, und sorry dass ich zurzeit nicht so viel schreibe, aber ich komme grade nicht dazu. Ich hoffe das hier genügt euch vorerst. Ich meld mich beizeiten wieder.

Mittwoch, 11. November 2009

WG-Leben (Vol. 2)

So, jetzt hab ich mich eine ganze Weile nicht mehr gemeldet. Es ist auch ein bisschen schwierig, mit der Welt Kontakt zu halten, wenn man nur ein Internetkabel und (mittlerweile) 4 PCs in der WG hat. Da muss man sich erst mal arrangieren. Außerdem arbeite ich ja auch ab und zu noch was... Aber jetzt schreib ich euch ja mal wieder. In der Küche köchelt ein Topf mit Spaghetti.

Seit hier wieder Leben in der WG ist und der Anteil der Deutschen überwiegt, haben sich einige Dinge verändert. Der Fernseher wurde gleich mal in eine andere Ecke gestellt, damit er nicht mitten in der "Küche" stehen muss. Als ich hier angekommen bin, war ich der einzige Neue. Ich hab mich einfach mal an die Umstände gewöhnt und bin ganz gut damit klargekommen. Seit die neuen Volos gekommen sind (die übrigens Eric, Sara und Wiebke heißen), gibt es nach jeder Frühschicht ein gemeinsames Frühstück. Ich muss sagen, nach den ersten eineinhalb Wochen ist das Fazit äußerst zufriedenstellend.

Nachher fahren wir noch bisschen in die Stadt und schauen uns die Knesset (das Parlament) an. Danach ist ja (wie jeden Mittwoch) Hauskreis.
Letztens waren wir auch in der Stadt und haben ein bisschen WG-Inventar gekauft. Ursprünglich wollten wir uns mit ein paar anderen beim IKEA in Netanya treffen, um 12.30 Uhr. Nach einem gemütlichen Frühstück und einem vorsichtigen Blick in den Zugfahrplan (hier fährt nämlich sogar ein Zug - manchmal) haben wir festgestellt, dass wir so etwa 2 Stunden zu spät ankommen würden. Und um diesen Zug zu bekommen, mussten wir auf den Bus, der in 2 Minuten kam. Natürlich hatte der Verspätung und der Zug war weg. Also sind wir direkt weiter in die Stadt. Geschirrtücher und kleine Löffel kaufen. Das ist dann doch ein ziemlich cooler Tag geworden, auch ohne "Heimatgefühle" im (schwedischen) IKEA.

Ok, ich mach dann jetzt Schluss und denke schon mal über meinen nächsten Blog-Eintrag nach... :D

Bis dann,
euer Thorsten

Montag, 2. November 2009

Zurück zur Tagesordnung

Nach einer Woche Urlaub hab ich jetzt ja auch wieder angefangen zu arbeiten... Glaubt man das? Ich habe bis Freitag nur Frühschichten! Das heißt im Klartext: Jeden Morgen 3 Stunden arbeiten. Zwar ab 6.00 Uhr, aber danach den ganzen Tag frei... Dafür kann ich abends nix machen.

Heute haben unsere drei neuen Volos die erste observation, d.h. die schauen erstmal zu was man bei uns so machen muss. Na super. Und ich hab frei. Als einziger.
Die beginnen jedenfalls, sich langsam einzuleben. Gut, das ist nach zwei Tagen schwer zu sagen, aber zumindest beginnen sie zu beginnen sich einzuleben. Zumindest ist das ganze Zeug schon in den Zimmern wild verstreut worden. Unordnung, ja - aber deutsche Unordnung -> D.h. immer noch lebensbejahend.

Ich sitze grade auf meinem Bett, mit meinem PC, und höre irgendwelche jüdische Musik, die kein Israeli hören würde. Aber ich schon. Ich glaube bald hab ich hier alles aktualisiert und auch ein paar alte Word-Dokumente, die mein Vater bei sich gesichert hatte, aussortiert. Dann kann ich endlich anfangen, wieder was zu schreiben. Mein Buch muss 2010 in der zweiten Auflage erscheinen, dann sollte ich noch ein anderes fertig haben, wenn ich zurückkomm.... Mal schauen was sich da so entwickelt.

Ok, das war's für heute. Ich wollte nur mal wieder bisschen was schreiben, damit es den Lesern nicht langweilig wird. Aber soviel neues gibt es nicht. :)