*Der Titel heute ist aeusserst beknackt, aber ich habe mir letztens anhoeren muessen, dass meine Blogeintraege alle gleich heissen... "Freitag", "Samstag", usw. ... Also, bitteschoen.*
Obwohl, die Beine tun mir wirklich weh. Auch jetzt noch, am Dienstag. Und daaas war sooo:
Am Sonntagabend hat Jom Kippur angefangen, zu Deutsch Versoehnungstag, der wichtigste Festtag im juedischen Kalender. Also haben sich ein paar von uns entschlossen, einem gut besuchten Gottesdienst in der Great Synagogue in der Stadt beizuwohnen. Das war eigentlich ganz cool. Die meisten Besucher waren in weiss, und der Gottesdienst wurde mit dem Kol Nidre, dem Versoehnungsgebet, eroeffnet. Es machte alles einen andaechtigen und ungewoehnlichen Eindruck. Das war auch genaugenommen erst mein dritter juedischer Gottesdienst. Den ersten habe ich in Hannover besucht - zum Einschlafen. Der zweite war in einer konservativen Gemeinde in Jerusalem; war ganz gut, wenn auch etwas amerikanisch gehalten.
Als die Predigt in der Great Synagogue begann, andauerte und sich in die Laenge zog, wurde es etwas eintoenig. Ich verstand nur jedes 28. Wort und den anderen ging es wohl auch so aehnlich. Sogar unter den Juden mussten einige mit dem Schlaf kaempfen. Wie dem auch sei, wir haben den Gottesdienst fruehzeitig verlassen und wollten noch etwas essen. (Jom Kippur ist ein Fastentag, aber wir haben uns dazu entschlossen, das mit dem Fasten nicht so genau zu nehmen.)
Auf den Strassen sind an Jom Kippur immer viele Menschen. Kein Auto faehrt. Es ist wirklich sehr angenehm. Man kann auf den Schnellstrassen spazierengehen. Wir (Thomas, Lukas und ich) jedenfalls gingen nach Ostjerusalem und kauften eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir noch die Klagemauer besuchten. Dabei fiel uns die grosse Polizeipraesenz auf, was uns aber weiter nicht stoerte, denn sowas darf einen hier nicht stoeren.
Um wieder zum Thema "warum tun mir die Beine weh" zu kommen: An Jom Kippur fahren auch keine Busse. Das habe ich gewusst und auch in Kauf genommen, auf dem Heimweg einiges an Wegstrecke zuruecklegen zu muessen. Als ich mich also vom French Hostpital an der Stadtmauer der Altstadt mit Lukas aufmachte, wusste ich, dass ich eine Weile laufen wuerde. Wir sind dann ueber die Universitaet und das Regierungsviertel bis zur Hagay gegangen, wo wir immer Hauskreis haben. Von da ueber den Mt. Herzl und die Strasse immer weiter, bis der Lukas dann in Richtung Alyn abgebogen ist. Ich bin weiter bis dahin, wo wir unsere Autisten immer abholen nachmittags, von dort zur Malcha Mall. Und von da durch die Pampa, d.h. ueber Stock und Stein, nur mit dem Licht des Mondes (der sich hinter den Bergen versteckte), den Berg hoch. Kurz gesagt: Ich habe einen riesigen Umweg gemacht und bin zu viel gelaufen. Jedenfalls spuere ich es in den Schienbeinen heute noch, und das nicht schlecht. Denn unsereins wollte ja nicht erst morgens um 5 ankommen. Auf den Strassen war es sehr gesellig. Tausende Menschen nutzten die Nacht zum Feiertag, um spazierenzugehen. Also war ich auf meiner Wanderung nicht alleine. Allerdings haben sich keine grossen Gespraeche ergeben, da ich noch wenig Hebraeisch spreche und keiner der Wandernden wie ich das Ziel Gilo hatte. Soll ich mal bei GoogleMaps nachschauen, wie viele Kilometer das waren? Wartet mal kurz... na, so genau laesst sich das nicht ausrechnen. Mindestens 10 kilometer waren das ungefaehr. Ist ja auch egal, jedenfalls schmerzen meine Beine. :D
Ui, das war jetzt aber wieder viel. Naja. Jedenfalls gehte s heute wieder ans Arbeiten. In genau zwei Stunden faehrt mein Bus, den ich nehmen muss um die Leute abzuholen. Fruehschicht hatte ich auch schon. Wie ihr seht, bin ich doch nicht nur im Urlaub und liege auf der faulen Haut.
Wie dem auch sei, ich melde mich bald wieder. Bis dann! :)