Hier bin ich wieder. Ich dachte mir, dass ich hier die Weltöffentlichkeit ein bisschen über die aktuellsten Geschehnisse auf dem Laufenden halte. Das tue ich aus folgenden Gründen (für alle, die erst gerade eben zugeschaltet haben):
Erstens: Es hat wieder einmal eine unangenehme Situation gegeben, die einigen Menschen das Leben gekostet hat. Und jetzt zerreißt die ganze Welt Israel erstmal in der Luft, solange die wahren Hintergründe noch nicht geklärt sind.
Zweitens: Der israelische Staat ist zu dumm, um eine anständige PR-Abteilung einzurichten, wie zum Beispiel die Palästinenser eine haben.
Deswegen will ich mal ein paar interessante Tatsachen und Fakten hervorheben, die den interessierten Leser vielleicht interessieren würden. Vielleicht erkennt der eine oder andere im Nachhinein, dass Israel oft zu Unrecht verurteilt wird und dass die Welt nur darauf wartet, dass Israel einen Fehler macht.
Die Fakten sind (Stand heute, 20 Uhr):
Es wurden nach jetzigem Stand gestern Nacht 9 Menschen getötet. Klar, jeder Mensch ist einer zu viel, aber gestern wurde aus verschiedenen Quellen noch behauptet es wären 19 oder sogar mehr als 20 gewesen.
Gestern wurde im Laufe des Tages noch behauptet, dass der Führer der Islamischen Bewegung in Israel, Raed Salah, bei dem "Angriff" der israelischen Truppen auf dem Schiff getötet worden sei. Das ließ natürlich gleich die Vermutung laut werden, dass er vom israelischen Militär bei der sich bietenden Gelegenheit gezielt ermordet worden sein könnte. Wie sich jetzt herausstellte, ist Salah putzmunter und wurde von den Soldaten lediglich in Gewahrsam genommen.
Das Wichtigste:
Die israelischen Truppen haben in Notwehr gehandelt. Behauptungen, die Soldaten hätten sich leise auf das Schiff begeben und dann auf schlafende Demonstranten geschossen, sind schlichtweg gelogen.
Interessant: Die riesigen Gewehre, die man auf den Bildern und Videos sieht, schießen lediglich Paintball-Kugeln, verursachen also blaue Flecken. Die scharfe Munition, also die Pistolen, waren auf dem Rücken der Soldaten angebracht. Erst nachdem man die Erlaubnis eingeholt hatte, wurden diese benutzt. Zu dem Zeitpunkt hatten Demonstranten allerdings schon auf die Soldaten geschossen - mit eben zwei dieser israelischen Pistolen, die sie vorher aus den Halftern der Soldaten entwendet hatten.
Ausschlaggebend ist bei dieser ganzen Sache ja, wer den Stress angefangen hat bzw. wer zuerst scharf geschossen hat. Hierzu einige Zitate und Berichte aus israelischen Kreisen.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte hierzu schon gestern:
[...] Es handelt sich hier um einen klaren Fall der Selbstverteidigung. Israel kann das freie Einfließen von Waffen und Raketen in die Terrorbasis der Hamas in Gaza nicht zulassen. Es ist eine Terrorbasis, die vom Iran unterstützt wird; sie hat bereits Tausende von Raketen auf israelische Städte abgefeuert; sie versucht Tausende mehr zu schmuggeln, und daher muss Israel die Güter inspizieren, die in den Gaza-Streifen gelangen.
Dies ist auch deswegen ein klarer Fall von Selbstverteidigung, weil unsere Soldaten bei der Überprüfung der Schiffe angegriffen wurden – sie wurden beinahe gelyncht. Sie wurden mit Knüppeln, Messern, womöglich mit scharfer Munition angegriffen; sie mussten sich verteidigen, sonst wären sie getötet worden. Israel wird nicht zulassen, dass seine Soldaten gelyncht werden, wie es auch kein anderes anständiges Land tun würde.
Unsere Politik ist ganz einfach. Wir sagen: Alle humanitären Hilfsgüter für Gaza dürfen hinein. Was wir verhindern wollen, ist die Einfuhr von Kriegsmaterial – von Raketen und Zubehör, das man für die Herstellung für Raketengehäuse benötigt. Das ist unsere Politik, und gestern sagten wir der Flottille – die keine einfache, unschuldige Flottille war -, sie solle ihre Ladung nach Ashdod bringen. Wir sagten ihnen, wir würden die Ladung überprüfen und die Güter, die nicht zur Raketenproduktion verwendet werden können, in den Gaza-Streifen lassen.
Fünf der sechs Schiffe akzeptierten diese Bedingungen ohne Gewalt. Das sechste Schiff, das größte, das Hunderte von Menschen an Bord barg, hatte offensichtlich einen vorsätzlichen Plan, den Soldaten Leid anzutun. Als sich die ersten Soldaten auf das Deck des Schiffes hinab ließen, wurden sie von einem gewalttätigen Mob attackiert und gezwungen, ihr Leben zu verteidigen. In jener Situation fanden die bedauerlichen Ereignisse statt.
Wir haben eine einfache Politik, die wir fortsetzen werden. Diese Politik lautet: Wir haben keinen Streit oder Konflikt mit der Bevölkerung Gazas. Wir sind daran interessiert, sie weiter ihrer alltäglichen Routine nachgehen zu lassen. Wir wollen jedwede humanitäre Krise in Gaza verhindern, aber wir bekämpfen die Hamas, die die Bürger Israel bedroht und Raketen auf israelische Städte abfeuert. Es ist unsere Pflicht, die Bürger Israels zu verteidigen, Israels Städte zu schützen und die Sicherheit des Staates Israel zu gewährleisten – und wir werden dies auch weiterhin auch.
Die israelische Botschaft in Berlin gab gestern bekannt:
[...] Während des Abfangens der Schiffe griffen die Demonstranten an Bord die Einsatzkräfte der israelischen Marine mit scharfer Munition und Waffen wie Messern und Knüppeln an. Eines der benutzten Gewehre war zuvor einem israelischen Soldaten entrissen worden. Die Demonstranten hatten ihre Waffen ganz klar für diesen bestimmten Zweck bereitgehalten.
Infolge dieser lebensbedrohlichen und gewalttätigen Handlungen setzten die Marinetruppen Mittel zur Krawallzerstreuung ein, einschließlich scharfer Munition.
Laut ersten Berichten resultierten die Vorgänge im Tod von mehr als zehn Demonstranten und zahlreichen Verletzten; außerdem wurden mehr als vier Marinesoldaten verletzt, von Schusswaffen und verschiedenen anderen Waffen. Zwei der Soldaten sind mittelschwer verletzt, die übrigen trugen leichte Verletzungen davon. Alle Verwundeten, Israelis und Ausländer, werden derzeit per Hubschrauber in israelische Krankenhäuser gebracht.
Israelische Truppen vor Ort berichteten, dass einige der Beteiligten an Bord der Schiffe offensichtlich planten, die Soldaten zu lynchen. [...]
Im Nachhinein fanden die Soldaten auf dem Schiff, der Mavi Marmara, zahlreiche Waffen. Es sieht alles danach aus, als hätten die "Friedensaktivisten" nur darauf gewartet, einige Soldaten zu lynchen. Die optimale Gelegenheit für so manchen Free-Palestine-Demonstranten, einmal weit weg von Justiz und Polizei seinen Beitrag an der Befreiung der Palästinenser zu leisten.
Sogar auf tagesschau.de wird berichtet, dass wohl doch nicht alles so friedlich und unbescholten ablaufen sollte:
Außer den Eisenstangen fand die Armee bei den Aktivisten auf dem Schiff Messer, Steinschleudern und die dazugehörige Munition - Glasmurmeln - sowie Tränengas. Auf den Videos der Armee sind auch Schüsse zu hören während der Kommandeur des Schiffs warnt: "Alle Brüder an Deck! Wir haben weitgehend die Kontrolle über das Schiff verloren. Bitte kommt runter und nehmt Eure Plätze ein." Der Kommandeur des Schiffes "Mavi Marmara" fordert die Passagiere auf, sich hinzusetzen.
Entschuldigt mich, dass ich hier immer so harte Worte im Bezug auf ein freies Palästina benutze. Ich persönlich habe nichts gegen Araber und Palästinenser. Aber mich macht es wütend, wie schnell wir uns in der westlichen Welt dazu hinreißen lassen, irgendeine Position einzunehmen. Und das betrifft vor allem unsere Staatsoberhäupter. Nach meiner Einschätzung haben die israelischen Soldaten alles richtig gemacht. Sie wollten das Schiff besetzen, in den Hafen von Aschdod bringen, dort die Ladung kontrollieren und dann nach Gaza weiterleiten. Wie das eben auch öfters schonmal passiert ist. Dann haben sich die Passagiere jedoch mit Waffen gegen die Autorität, die praktisch die Grenzkontrollen durchführen sollte, erhoben. Es kam zu Toten und Verletzten. Aber wer ist letztendlich daran schuld? Ich glaube, das wissen wir jetzt mittlerweile. Mehr und mehr kommt die Wahrheit ans Licht.
Doch was machen unsere Staatsoberhäupter? Die Türkei verlangt den israelischen Botschafter zu sprechen und fordert ein UNO-Sondertreffen. Der französische Außenminister ist "hochgradig schockiert". Die spanische EU-Ratspräsidentschaft bezeichnet die Aktion als "inakzeptabel" und "äußerst schwerwiegend". Die arabischen Staaten sind natürlich am Rande der Rage und wollen eine Krisensitzung der Arabischen Liga. Unser spezieller Freund, der iranische Präsident Machmud A. spricht gar von einem Massaker. Auch Russland lässt Kritik hören.
Unsere deutsche Regierung hält sich unterdessen noch zurück. Man hat ja sowieso andere Probleme, weil man ja ein neues Staatsoberhaupt braucht. Von Israel verlangt man nur eine umfassende Klärung.
Und die Bevölkerung? In der Türkei demonstriert man und versucht die israelische Botschaft zu stürmen. In Pakistan verbrennt man Israel-Flaggen. Proteste in Malaysia, Libanon, Indonesien, überall. In London kommt es zu stillen Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen mit den Palästinensern. Währenddessen fliegen in Frankreich auch schon einige Steine.
Frage: Wo soll das alles hinführen? Während in Thailand hunderte Menschen getötet wurden bei Kämpfen mit der Regierung und in Afrika jährlich hunderttausende durch Folter oder Bürgerkrieg zu Tode kommen, haben die Obersten der Welt nichts besseres zu tun, als erneut Israel ins Visier zu nehmen, eine UNO-Versammlung anzustreben und den nächsten Report über die jüngsten Ereignisse abzuwarten, um dann wieder einmal Israel auf ganzer Linie zu verurteilen.