Dienstag, 13. Oktober 2009

Am Wochenende war viel los... (hoert sich irgendwie doof an...)

Naja. Es ist jetzt 7.12 und ich habe genau 3 Minuten Zeit, bis ich arbeiten muss. Aber ich will mich mal wieder kurz melden. Unser Haus ist voll, ein Haufen Leute aus Petach Tikvah und so sind zu Besuch. Vorgestern war ich mit Nini aus Haifa in der Altstadt unterwegs, dann haben wir im Ilan Spaghetti gekocht. Wir wollten die Ilaner eigentlich zu uns einladen, aber dann sind ploetzlich so an die 10 Leute aufgetaucht, und wir mussten wieder mal im Ilan kochen. Auch gut. Spaghetti mit der orginalen Thorschten-Tomatensauce.
Gestern waren Nini, Jan und ich in Latrun. Da kann man Panzer anschauen und so. War cool.
Gestern Abend bis heute morgen haben wir Philipps Geburtstag gefeiert. Nachher, nach meiner Fruehschicht fahren wir nach Tel Aviv an den Strand, mit einigen von den Leuten. Ich muss mir 'ne neue Badehose zulegen (fuer alle die's wissen wollen...). Das wird der letzte Strandbesuch von Krissi. Der fliegt naemlich am Freitagmorgen heim.
Ok, das war jetzt die ganz krasse Kurzzusammenfassung eines coolen Wochenendes und dem Anfang der Woche. Diese Woche arbeite ich nicht so viel. Erst Donnerstag wieder, und Wochenendschicht...

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Hauskreis in Maale Adumim

Gestern fand unser Hauskreis - wie schon im letzten Eintrag angekuendigt - in Maale Adumim statt. Wir waren bei Familie Gilah eingeladen und haben ein bisschen was ueber die Stadt erfahren. Das alles ist insofern interessant, da unser amerikanischer Freund Barack Obama ja im Zuge seiner eifrigen Bemuehungen um den Nahost-Frieden fordert, alle juedischen Siedlungen im Westjordanland zu raeumen.
Maale Adumim ist so eine juedische Siedlung im Westjordanland. Man muss einen Checkpoint passieren, um auf der Strasse dorthin zu kommen. Und ich muss hier in diesem Blogeintrag auch ein bisschen politisch werden. Denn unser Freund in Amerika hat schlichtweg keine Ahnung, was hier vor sich geht.
Diese juedische "Siedlung" hat heute 36.000 Einwohner und wurde vor ca. 30 Jahren gegruendet - in der Wueste. Nachdem die Roemer Israel verlassen hatten und das Land vor knapp 1.500 Jahren in muslimische Hand kam, begannn die damals hier bestehende Siedlung zu zerfallen. Kein Araber hat jemals das Gebiet beansprucht, wo sich heute Maale Adumim befindet. Die ersten Juden kamen 1975 hierher und bebauten unbewohntes Land. Damals hatten sie das Gebiet gekauft, vom Staat Israel, und unter Zustimmung der Amerikaner. Alles ganz legal. Bis heute ist diese Wuestenstadt mehrmals mit dem Preis zur "schoensten Stadt Israels" ausgezeichnet worden.
Maale Adumim gilt als eine der "umstrittenen" oder sogar "illegalen" juedischen Siedlungen des Westjordanlandes. So, Herr Obama, jetzt nennen Sie mir doch bitte einen Grund, warum die Israelis diese Stadt jetzt raeumen sollten. Damals ist alles ganz legal ausgehandelt worden. Kein Araber hat dieses Gebiet beansprucht. Sonst haette jemand in den letzten 1.500 Jahren mal ein Haus auf den Huegel gebaut.
Ausserdem entsprechen die Medienberichte, die wir zuhause hoeren, oft nicht den Tatsachen. In Europa hoeren wir, wie fanatische Israelis auf arabischem Gebiet Haeuser bauen und Araber vertreiben. Unser Gastgeber hat uns aber gestern auch von dem ausgezeicheten Verhaeltnis erzaehlt, das die Einwohner von Maale Adumim zu ihren Nachbarn aus den umliegenden arabischen Doerfern haben. Die Siedlung hat - im Gegensatz zu vielen anderen - keine Mauern oder Stacheldrahtzaeune, die sie gegen eventuelle Angriffe der Araber schuetzt. In der Gegend wohnen 400 arabische Beduinen, die in Maale Adumim ihr Geld verdienen und hier einkaufen. Die haben mit ihren juedischen Nachbarn keine Probleme. Der Nahostkonflikt in den juedischen Siedlungen ist also nicht immer so brenzlig wie man das in Europa annimmt. In Maale Adumim laeuft alles in geregelten Bahnen. Alles legal, und alles weitgehend friedlich und in Einklang mit den arabischen Nachbarn.
Sollte die Regierung jetzt der Forderung der Amerikaner nachgeben und die "Siedlung" raeumen, waeren auf einen Schlag 36.000 Menschen arbeits- und obdachlos. Das passierte schon zu der Zeit, als Ariel Scharon begann, die ersten Siedlungen raeumen zu lassen. Bis heute haben noch nicht alle Familien wieder ein Dach ueber dem Kopf.
Soviel mal zum politischen Teil. Ich geh nachher wieder ein bisschen arbeiten und ab morgen hab ich Wochenende. :)
Bis dann, euer Thorsten

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Sukkot

Grade ist hier ja Sukkot, das Laubhuettenfest. Deswegen gehen wir heute mit unserem Hauskreis nach Maale Adumim/ Das ist so eine Siedlung im Westjordanland, aber in der Naehe von Jerusalem. Da machen wir einen Besuch bei irgendeiner Familie und feiern gemeinsam ein bisschen. Mal sehen, wird bestimmt interessant.

Gestern war ich in der Stadt mit ein paar von unseren Maedels aus Haifa unterwegs. Wir waren u. A. auf dem Turm der Ernloeserkirche und haben uns die Stadt von oben angeschaut. It's amazing.
Weil auch so ein Jerusalem-Marsch gestern war, auf dem Christen aus aller Welt ihrer bedingungslosen Liebe zu Israel Ausdruck verleihen, waren auf den Strassen viele Polizisten und Soldaten unterwegs. Als wir am Damaskus-Tor gesessen sind, da ist doch tatsaechlich was passiert: Ein etwas dickerer Junge wollte eine Wagenladung Mehl durch die Kontrollstelle direkt am Damaskus-Tor schieben. Warum gerade jetzt ud heute, das weiss niemand. Vielleicht macht er das auch jeden Tag. Jedenfalls, das hat dem Soldaten nicht gepasst. Es hat ein bisschen Stress gegeben, ein paar polizisten haben sich eingemischt - auf jeden Fall sind die Jungs abgezogen und sind durchs Altstadttor verschwunden. Und was passiert? Nach knapp 5 Minuten kommt eine Horde 9- bis 13-Jaehriger aus der Altstadt, stellt sich vor die Soldaten und beginnt wie verrueckt irgendwelche Schlachtrufe zu bruellen. Al-Aqsa, al-Aqsa und Hamas, Hamas. Auch irgendwas mit Yahud (= Jude). Wahrscheinlich Tod den Juden oder sowas. Meeensch, ich hab gedacht ich spinn. Da waren Jungs dabei, dir konnten grade mal lesen. Und da fragt man sich, wodie ganzen terroristen herkommen. Die wachsen doch schon so auf. Wuerde mich nicht wundern, wenn da zufaellig irgendein Mullah dahintergesteckt hat, der die Jungs mal ein bisschen zum Krawallmachen geschickt hat. Und alle Leute (waren ja fast nur Muslime da) haben zugeschaut.
Naja, wie dem auch sei, die Jungs sind irgendwann wieder davongezogen. Einer wurde von seiner Schwester weggezerrt, einige andere wurden von ihrer Mutter zum mittagessen abgeholt. Man soll's kaum glauben.
Der Tag war ansonsten wirklich cool. Der Jerusalem-Marsch war ganz interessant. Danach hab ich 'ne Weile auf den Bus gewartet und dann abends noch 'ne Portion Nudeln mit Tomatensauce verdrueckt.

Dienstag, 29. September 2009

Au, meine Beine...

*Der Titel heute ist aeusserst beknackt, aber ich habe mir letztens anhoeren muessen, dass meine Blogeintraege alle gleich heissen... "Freitag", "Samstag", usw. ... Also, bitteschoen.*
Obwohl, die Beine tun mir wirklich weh. Auch jetzt noch, am Dienstag. Und daaas war sooo:
Am Sonntagabend hat Jom Kippur angefangen, zu Deutsch Versoehnungstag, der wichtigste Festtag im juedischen Kalender. Also haben sich ein paar von uns entschlossen, einem gut besuchten Gottesdienst in der Great Synagogue in der Stadt beizuwohnen. Das war eigentlich ganz cool. Die meisten Besucher waren in weiss, und der Gottesdienst wurde mit dem Kol Nidre, dem Versoehnungsgebet, eroeffnet. Es machte alles einen andaechtigen und ungewoehnlichen Eindruck. Das war auch genaugenommen erst mein dritter juedischer Gottesdienst. Den ersten habe ich in Hannover besucht - zum Einschlafen. Der zweite war in einer konservativen Gemeinde in Jerusalem; war ganz gut, wenn auch etwas amerikanisch gehalten.
Als die Predigt in der Great Synagogue begann, andauerte und sich in die Laenge zog, wurde es etwas eintoenig. Ich verstand nur jedes 28. Wort und den anderen ging es wohl auch so aehnlich. Sogar unter den Juden mussten einige mit dem Schlaf kaempfen. Wie dem auch sei, wir haben den Gottesdienst fruehzeitig verlassen und wollten noch etwas essen. (Jom Kippur ist ein Fastentag, aber wir haben uns dazu entschlossen, das mit dem Fasten nicht so genau zu nehmen.)
Auf den Strassen sind an Jom Kippur immer viele Menschen. Kein Auto faehrt. Es ist wirklich sehr angenehm. Man kann auf den Schnellstrassen spazierengehen. Wir (Thomas, Lukas und ich) jedenfalls gingen nach Ostjerusalem und kauften eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir noch die Klagemauer besuchten. Dabei fiel uns die grosse Polizeipraesenz auf, was uns aber weiter nicht stoerte, denn sowas darf einen hier nicht stoeren.
Um wieder zum Thema "warum tun mir die Beine weh" zu kommen: An Jom Kippur fahren auch keine Busse. Das habe ich gewusst und auch in Kauf genommen, auf dem Heimweg einiges an Wegstrecke zuruecklegen zu muessen. Als ich mich also vom French Hostpital an der Stadtmauer der Altstadt mit Lukas aufmachte, wusste ich, dass ich eine Weile laufen wuerde. Wir sind dann ueber die Universitaet und das Regierungsviertel bis zur Hagay gegangen, wo wir immer Hauskreis haben. Von da ueber den Mt. Herzl und die Strasse immer weiter, bis der Lukas dann in Richtung Alyn abgebogen ist. Ich bin weiter bis dahin, wo wir unsere Autisten immer abholen nachmittags, von dort zur Malcha Mall. Und von da durch die Pampa, d.h. ueber Stock und Stein, nur mit dem Licht des Mondes (der sich hinter den Bergen versteckte), den Berg hoch. Kurz gesagt: Ich habe einen riesigen Umweg gemacht und bin zu viel gelaufen. Jedenfalls spuere ich es in den Schienbeinen heute noch, und das nicht schlecht. Denn unsereins wollte ja nicht erst morgens um 5 ankommen. Auf den Strassen war es sehr gesellig. Tausende Menschen nutzten die Nacht zum Feiertag, um spazierenzugehen. Also war ich auf meiner Wanderung nicht alleine. Allerdings haben sich keine grossen Gespraeche ergeben, da ich noch wenig Hebraeisch spreche und keiner der Wandernden wie ich das Ziel Gilo hatte. Soll ich mal bei GoogleMaps nachschauen, wie viele Kilometer das waren? Wartet mal kurz... na, so genau laesst sich das nicht ausrechnen. Mindestens 10 kilometer waren das ungefaehr. Ist ja auch egal, jedenfalls schmerzen meine Beine. :D
Ui, das war jetzt aber wieder viel. Naja. Jedenfalls gehte s heute wieder ans Arbeiten. In genau zwei Stunden faehrt mein Bus, den ich nehmen muss um die Leute abzuholen. Fruehschicht hatte ich auch schon. Wie ihr seht, bin ich doch nicht nur im Urlaub und liege auf der faulen Haut.
Wie dem auch sei, ich melde mich bald wieder. Bis dann! :)

Freitag, 25. September 2009

Rosch haSchana usw.

Hallo ihr alle, ich denke ich melde mich mal kurz wieder... allerdings hab ich nicht so viel Zeit, gross was zu schreiben. Deswegen fasse ich mich kurz.
Letzte Woche war Rosch haSchana, das juedische Neujahrsfest. Deshalb nochmal an alle: Schana Tova (Frohes Neues Jahr)! :D Das war hier eher unspektakulaer, da ich mich die meiste Zeit in Gilo rumgetrieben habe. Nur am Freitagabend, also vor einer Woche, war ich in der Jerusalem Assembly, der Stammkirche von den meisten Volos. Da hat's dann auch was zu Essen gegeben, anlaesslich des neuen Jahres.
Morgen ist Schabbat und am Sonntag dann Jom Kippur, der hoechste juedische Feiertag (nach dem Schabbat) ueberhaupt. Mal sehen, was ich da mache, weil da habe ich unerwarteterweise frei. Vielleicht nehme ich - aufgrund mangelnder Busse - meine Beine in die Hand und laufe zu Fuss in die Stadt. Da gibt es einen haufen Synagogen, vielleicht komm ich da ja in eine rein und kann mal an dem Fest teilhaben, anstatt in meiner WG zu sitzen oder zu pennen... :D
Jedenfalls habe ich jetzt gemerkt, dass ich so langsam meinen Laptop zu vermissen beginne. Denn man hat hier wenige Moeglichkeiten - erstens: Man kann arbeiten. Wenn man nicht arbeitet kann man (zweitens) schlafen. Oder essen (drittens). Oder einfach nur chillen (viertens). Und natuerlich andere Volos treffen und mit denen (vier punkt eins) chillen. Und wenn einem dann nichts mehr einfaellt, dann juckt es einen pausierenden Schriftsteller so langsam in den Fingern, d.h. "aaaaahhh! So langsam brauch ich was, wo man Word-Dokumente erstellen, reichlich mit Buchstaben fuellen und danach abspeichern kann!" Man will ja nach einem Jahr nicht nach Deutschland zurueckkommen und NICHTS geschrieben haben, kein neues Buch, keine wissenschaftlichen Aufsaetze ueber die israelische Kultur, oder die politische Lage des Nahen Ostens. Das waere ja ein Unding. Deshalb bin ich froh, dass mir meine Familie, die mich in einigen Wochen schon besuchen kommt, einen neuen (hoffentlich nicht zu teuer erstandenen) Laptop mitbringt.
So viel zu meiner aktuellen Lage. :D
Das war jetzt doch nicht so kurz gefasst wie erwartet... naja. Auch gut. Ich wuensch euch jedenfalls eine schoene Zeit. Ihr hoert wieder was von mir, in den naechsten Tagen.

Montag, 14. September 2009

Wochenendseminar in Karei Desche

(Hallo Leute... stellt euch darauf ein dass ich heute ein bisschen ausfuehrlicher werde...)
Gestern ging unser Wochenendseminar am See Genezareth zu Ende. Wir waren nach vielen Wochen der Arbeit froh, unsere Mitvolontaere mal wieder zu sehen. Auch die Location war nicht schlecht: Eine Jugendherberge mit Strand und gutem Essen. Diese Unterkunft aehnelte - zu unserer Freude - einem Hotel.
Der erste Abend wurde mit lange geprobten Theaterstuecken und einem Musical zum Thema Jesus gestaltet. Der hatte seinerzeit naemlich rund um den See Genezareth gewirkt. Wir hatten viel Spass, und noch dazu einen vollen Magen. Bei manchen war der Magen zu voll, und man hoerte gelegentlich ein leises Seufzen.
Am naechsten Morgen ging es schon frueh los nach Kana. Dort wurde einst eine Kirche ueber eine Kirche gebaut, die ueber dem Haus gebaut wurde, wo Jesus bei einer Hochzeit zu Gast war und durch sein erstes oeffentliches Wunder die Gastgeber vor der peinlichen Situation bewahrt hatte, den Gaesten aufgrund von Weinknappheit nichts mehr zu Trinken bieten zu koennen. Kann man unter dem Stichwort Hochzeit zu Kana in der Bibel nachlesen.
Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter nach Nazareth. Dort haben Christen ein Freilichtmuseum errichtet, das sich Nazareth Village nennt und dem Besucher das zeigt, was man heute trotz der Kirchen und Gedenktafeln nirgendwo mehr findet: Naemlich Galilaea, wie es damals wirklich ausgesehen hat. Wie die Leute frueher Oliven gepresst haben. Wie sie Teppiche gewebt haben. Und der Nachbau einer biblischen Synagoge laesst einen auf einmal erkennen, dass man dort angelangt ist, wo Jesus gepredigt hat. Das nimmt einem in gewisser Weise die ganze Magie, die man von Deutschland aus gespuert hat, bevor man ins Heilige Land reist. Der schlichte Bau mit einigen Saeulen und harten Sitzbaenken aus Stein hat aber auf eine andere Art eine viel groessere Wirkung auf mich. Die Tatsache, dass Gott Mensch geworden ist und einer von uns war, laesst sich erst hier, in einer kleinen Landsynagoge in Galilaea, begreifen. Die Abbildungen und Rekonstruktionen des Tempels in Jerusalem sind immer so unwirklich. Gott erscheint einem so fern. Hier, in Nazareth Village, in einem Nachbau einer Dorfsynagoge, kommt es einem so vor, als wuerde Jesus jeden Moment zur Tuer hereinkommen.
So, das war jetzt ein kurzer Ausflug in meine persoenliche Religionsphilosophie. Jetzt weiter im Text:
Zurueck in der Jugendherbergs-Hotelanlage erwartete uns ein Picknick. Danach ging es fuer viele von uns weiter nach Kapernaum und/oder auf den Berg der Seligpreisungen (siehe Bergpredigt). Ich bin nach Kapernaum mitgegangen. Da ging es mir ein bisschen so wie zuvor in Nazareth. Die Ruinen von kapernaum sind ueberschaubar. Man steht also alle zwei Meter unweigerlich auf der Stelle, an der Jesus entweder einen Blinden geheilt oder mit einem Zoellner gesprochen hat.
Den spaeten Nachmittag verbrachten wir alle im Wasser des Sees. Ein bisschen Urlaub gehoert ja schliesslich auch dazu.
Am Abend besuchte uns ein alter Herr (Esra Fein), der viel zu erzaehlen hatte. Der erste Teil (ueber den See Genezareth) erschien den meisten ein bisschen oede. Doch dann folgte die Biografie, und die war hochinteressant. Ich kann ja hier unmoeglich alles widergeben, deshalb spare ich mir das. Oh, interessant: Der Esra hat seine Frau auf einer Single-Reise nach Zypern gefunden. Fuenfzig Frauen, fuenfzig Maenner. Alles israelische Kibbutzniks ohne Hoffnung. So wird das also in Israel gemacht... :D
Der Abend klang mit Lobpreis und Gitarren auf der Wiese aus. Am naechsten Morgen sollte das Seminar ja auch schon sein Ende finden, in einem Gottesdienst am Ufer des Sees. Dazu hatten einige Leute etwas vorbereitet. Sechs von den alten Volos wurden verabschiedet. Und der Marc hielt eine Predigt. Danach gab es Aepfel und ein bisschen was fuer den Weg.
Ein paar von uns machten sich gemeinsam auf zur Bushaltestelle. Wir warteten 20 Minuten, dann kam der Bus nach Tiberias, fuer die Leute die nach Haifa mussten. Nach weiteren 10 Minuten waren die Leute nach Petach Tikva dran. Da waren dann nur noch Krissi und ich uebrig. So. Und wir warteten ganze zweieinhalb Stunden auf unseren Bus nach Jerusalem.
Angekommen sind wir aber doch. Und ich sitze hier am PC und hab nachher noch Spaetschicht. Endlich wieder arbeiten...
Viele Gruesse an euch, die ihr meinen endlos erscheinenden Blog lest... :) Macht's gut.

Samstag, 5. September 2009

Freitagabend

Halloele, hier bin ich wieder... dieses Mal mit oe und ue und so weiter, weil hier im Computerraum in dem Behindertenheim nebenan gibt es leider nur englische Tastaturen.
Ich dachte einfach ich melde mich mal wieder, wo doch so viele Leute meinen Blog lesen.
Diese Woche naehert sich dem Ende, und ich bin bisschen erschoepft. War bisschen stressig. Viele Arbeitsstunden und wenig Freizeit, wird naechste Woche aber besser. Denke ich. Hoffe ich. Werd ich dann ja sehen. Morgen abend gibt es den Schichtplan fuer kommende Woche. Der kommt immer erst Samstagabend. Wenn man nicht aufpasst und nicht nachschaut, dann kann es sein, dass man Sonntagmorgens um halb vier heimkommt und nur zwei Stunden schlafen kann, bis man wieder an die Arbeit muss. Ist hier schon Leuten passiert. Mir allerdings noch nicht. Ehrlich. Bin ja noch neu.
Na, was red ich denn da wieder. Gibt es vielleicht was Wichtiges, das ich den Leuten in der Heimat (oder wo auch immer) mitteilen sollte? Hmm, mal ueberlegen.
Jedenfalls, seit mein PC mir auf gar sonderbare Weise abhanden gekommen ist, sind ja auch meine Bilder alle weg. Und das sind nicht nur alle Bilder meiner letzten Reisen - bzw. die der Reisen der letzten 5 Jahre - sondern natuerlich die schoenen Krawallbilder aus Mea Schearim, die mit den brennenden Muelltonnen. Hier im Blog ist ja nur eines zu sehen, aber ich hatte ja mehr. Was heisst das jetzt fuer mich?? Ich muss demnaechst nochmal los und hoffen, dass gerade zu deeem Zeitpunkt wieder irgendwelche Orthodoxe einen Muellcontainer entzuenden. Wolln wer mal hoffen, dass das was wird... :D
Wie dem auch sei, morgen noch Arbeit, uebermorgen vielleicht nicht mehr. Da kann ich dann in die Kirche gehen. Und falls ich doch arbeiten muss - naja... Ist eben so. Letzte Woche waren es glaube ich sogar 45 Stunden. Aber es kommen auch bessere Tage, d.h. 20 Stunden. Soll es schon oft gegeben haben. Spaetestens wenn am 10. September unsere Volo-WG wieder mit frischen und motivierten Volos aus Deutschland aufgefuellt ist. Denn die ersten der letzten Volo-Generation haben sich bereits aus dem Staub gemacht, heim in Richtung Deutschland.
So, der Worte sind genug gewechselt fuer heute Abend... Ich werde jetzt noch ein bisschen meine freie Zeit bei den Ilanern geniessen, da ich morgen - das erste Mal seit 4 Tagen - nicht um Viertel vor sech aufstehen muss.
Macht's denn mal gut. Ihr hoert von mir. (Hoffentlich auch bald wieder mit einem o und zwei Punkten drauf, weil das sieht alles extrem daemlich aus hier...) :D