(Hallo Leute... stellt euch darauf ein dass ich heute ein bisschen ausfuehrlicher werde...)
Gestern ging unser Wochenendseminar am See Genezareth zu Ende. Wir waren nach vielen Wochen der Arbeit froh, unsere Mitvolontaere mal wieder zu sehen. Auch die Location war nicht schlecht: Eine Jugendherberge mit Strand und gutem Essen. Diese Unterkunft aehnelte - zu unserer Freude - einem Hotel.
Der erste Abend wurde mit lange geprobten Theaterstuecken und einem Musical zum Thema Jesus gestaltet. Der hatte seinerzeit naemlich rund um den See Genezareth gewirkt. Wir hatten viel Spass, und noch dazu einen vollen Magen. Bei manchen war der Magen zu voll, und man hoerte gelegentlich ein leises Seufzen.
Am naechsten Morgen ging es schon frueh los nach Kana. Dort wurde einst eine Kirche ueber eine Kirche gebaut, die ueber dem Haus gebaut wurde, wo Jesus bei einer Hochzeit zu Gast war und durch sein erstes oeffentliches Wunder die Gastgeber vor der peinlichen Situation bewahrt hatte, den Gaesten aufgrund von Weinknappheit nichts mehr zu Trinken bieten zu koennen. Kann man unter dem Stichwort Hochzeit zu Kana in der Bibel nachlesen.
Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter nach Nazareth. Dort haben Christen ein Freilichtmuseum errichtet, das sich Nazareth Village nennt und dem Besucher das zeigt, was man heute trotz der Kirchen und Gedenktafeln nirgendwo mehr findet: Naemlich Galilaea, wie es damals wirklich ausgesehen hat. Wie die Leute frueher Oliven gepresst haben. Wie sie Teppiche gewebt haben. Und der Nachbau einer biblischen Synagoge laesst einen auf einmal erkennen, dass man dort angelangt ist, wo Jesus gepredigt hat. Das nimmt einem in gewisser Weise die ganze Magie, die man von Deutschland aus gespuert hat, bevor man ins Heilige Land reist. Der schlichte Bau mit einigen Saeulen und harten Sitzbaenken aus Stein hat aber auf eine andere Art eine viel groessere Wirkung auf mich. Die Tatsache, dass Gott Mensch geworden ist und einer von uns war, laesst sich erst hier, in einer kleinen Landsynagoge in Galilaea, begreifen. Die Abbildungen und Rekonstruktionen des Tempels in Jerusalem sind immer so unwirklich. Gott erscheint einem so fern. Hier, in Nazareth Village, in einem Nachbau einer Dorfsynagoge, kommt es einem so vor, als wuerde Jesus jeden Moment zur Tuer hereinkommen.
So, das war jetzt ein kurzer Ausflug in meine persoenliche Religionsphilosophie. Jetzt weiter im Text:
Zurueck in der Jugendherbergs-Hotelanlage erwartete uns ein Picknick. Danach ging es fuer viele von uns weiter nach Kapernaum und/oder auf den Berg der Seligpreisungen (siehe Bergpredigt). Ich bin nach Kapernaum mitgegangen. Da ging es mir ein bisschen so wie zuvor in Nazareth. Die Ruinen von kapernaum sind ueberschaubar. Man steht also alle zwei Meter unweigerlich auf der Stelle, an der Jesus entweder einen Blinden geheilt oder mit einem Zoellner gesprochen hat.
Den spaeten Nachmittag verbrachten wir alle im Wasser des Sees. Ein bisschen Urlaub gehoert ja schliesslich auch dazu.
Am Abend besuchte uns ein alter Herr (Esra Fein), der viel zu erzaehlen hatte. Der erste Teil (ueber den See Genezareth) erschien den meisten ein bisschen oede. Doch dann folgte die Biografie, und die war hochinteressant. Ich kann ja hier unmoeglich alles widergeben, deshalb spare ich mir das. Oh, interessant: Der Esra hat seine Frau auf einer Single-Reise nach Zypern gefunden. Fuenfzig Frauen, fuenfzig Maenner. Alles israelische Kibbutzniks ohne Hoffnung. So wird das also in Israel gemacht... :D
Der Abend klang mit Lobpreis und Gitarren auf der Wiese aus. Am naechsten Morgen sollte das Seminar ja auch schon sein Ende finden, in einem Gottesdienst am Ufer des Sees. Dazu hatten einige Leute etwas vorbereitet. Sechs von den alten Volos wurden verabschiedet. Und der Marc hielt eine Predigt. Danach gab es Aepfel und ein bisschen was fuer den Weg.
Ein paar von uns machten sich gemeinsam auf zur Bushaltestelle. Wir warteten 20 Minuten, dann kam der Bus nach Tiberias, fuer die Leute die nach Haifa mussten. Nach weiteren 10 Minuten waren die Leute nach Petach Tikva dran. Da waren dann nur noch Krissi und ich uebrig. So. Und wir warteten ganze zweieinhalb Stunden auf unseren Bus nach Jerusalem.
Angekommen sind wir aber doch. Und ich sitze hier am PC und hab nachher noch Spaetschicht. Endlich wieder arbeiten...
Viele Gruesse an euch, die ihr meinen endlos erscheinenden Blog lest... :) Macht's gut.